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Wenn die Technik kellnert: Restaurant-Bestellung per Smartphone

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2015 | 12:27 Uhr

Die Gastronomie in Schleswig-Holstein hat ein Problem: 58 Prozent der Lehrstellen konnten die Betriebe im Land vergangenes Jahr nicht besetzen. Personal zu finden und zu halten, wird für viele von ihnen immer mehr zur großen Herausforderung. Helfen könnte aber ein junges Unternehmen, für das heute der offizielle Startschuss in Risum-Lindholm fällt: Lokaweb.de.

Hinter dem Namen verbergen sich die beiden Gründer Torben Jensen und Gunnar Quedens. Die Idee der beiden gebürtigen Nordfriesen: Bestellungen werden einfach über das Smartphone abgewickelt. Beim Betreten des Restaurants wird dem Gast automatisch eine Speisekarte im Browser seines Smartphones angezeigt. Mit einem Fingerzeig kann er seine Bestellung aufgeben. „Lokaweb soll es dem Gast erleichtern zu bestellen“, sagt Torben Jensen. Eine reguläre Speisekarte erübrigt sich, das Warten auf den Kellner ebenso. Noch mehr aber könnten Gastronomen von dem System profitieren. „Vorausgesetzt, die Gäste nehmen das zu 100 Prozent an, dann wird mindestens der erste Weg gespart“, schildert der 25-Jährige die Vorteile. Auch in kleinen Kinos könnte das System attraktiv sein, wo Besucher während der Vorstellung einfach Popcorn nachordern könnten – ohne andere zu stören.

Um die digitale Speisekarte zu ermöglichen, arbeitet Lokaweb mit kleinen Servern, die mit einer WLan-Antenne ausgestattet sind. Ein Informatiker hat für Jensen und Quedens eigens eine spezielle Software entwickelt, mit der die gerade einmal faustgroßen Geräte bespielt werden. Aufgrund der geringen Größe ist auch ein deutschlandweiter Versand kein Problem. „Der Gastronom muss sie nur noch einstecken“, sagt Jensen. Dabei betont er, dass es zwar möglich wäre, Lokaweb auch mit Kassensystemen zu verbinden. Sinn und Zweck sei das aber nicht. „Es ist ein Kommunikationstool.“

Jensen lebt derzeit in Hamburg, studiert über eine Fernhochschule Betriebswirtschaftslehre. In der Vergangenheit hat er bereits erste Gründer-Erfahrungen gesammelt. Mitstreiter Quedens studiert in Flensburg, wo er auch in Kontakt mit dem Dr.-Werner-Jackstädt-Zentrum kam, das sich seit längerem um die Etablierung einer Gründerkultur auf dem Campus bemüht.

Quedens und Jensen kennen sich seit ihrer Schulzeit. Ihre Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) steht noch ganz am Anfang. Heute soll sie offiziell ihre Arbeit aufnehmen. Die Preis-Gestaltung von Lokaweb ist noch im Werden. „Es wird definitiv auf einen Flatrate-Preis hinauslaufen“, sagt Jensen – Gastronomen wüssten dadurch genau, mit welchen Kosten sie kalkulieren müssen. Bis Mitte September sollen die Details rund um das Angebot geklärt sein. Für den Anschub ihrer Idee hoffen die Gründer auf eine Unterstützung aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Die Bewerbung für das begehrte Exist-Gründerstipendium läuft.

Infos unter lokaweb.de

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