Grüne Woche 2015 : Was das Husumer Salzlamm in Berlin macht

Der Stand des „Nordfriesischen Lammkontors“ auf der Grünen Woche 2015.
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Der Stand des „Nordfriesischen Lammkontors“ auf der Grünen Woche 2015.

Überzeugt sogar Vegetarier: Mit modernem Antlitz macht das Verkaufshäuschen von Sönke Magnus Müller auf der Internationalen Grünen Woche auf sich aufmerksam.

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22. Januar 2015, 19:51 Uhr

Berlin | „Lammkontor“ steht groß auf dem kleinen Holzhaus in der Schleswig-Holstein Halle. Bekannter werden möchte das Lammkontor vor allem für sein Salzwiesen- und Deichlamm, das außerhalb der Grenzen von Nordfriesland nur schwer zu beziehen ist. Strenge Vorgaben bei Einkauf, Zerlegung und Verpackung machen das Lamm zu einem, wie Sönke Müller immer wieder betont „Premium Produkt“ auf der Berliner Messe.

Außerdem besonders: Der Stand ist einer der ganz wenigen, der noch frisches Fleisch verkauft. Denn das stellt für die Aussteller häufig ein finanzielles Risiko dar, weil die teure Ware auf der Messe schnell verdirbt. Doch Sönke Müller scheut sich davor nicht. „Ich bin schließlich hier, um meine Waren auszustellen und den Besuchern alles rund um unsere Produkte zu zeigen. Da bin ich gerne mal risikobereit.“

Immer wieder kommen Interessenten an seinem Stand vorbei, die für ihre gastronomischen Betriebe mehr von der Spezialität aus dem Norden wissen möchten. Da suchen Landgastwirte nach dem „Außergewöhnlichen“ oder Köche nach „besonderem Geschmack“.

Neben den vielen Altbekannten ist der gebürtige Husumer ein recht neues Gesicht auf der Messe in Berlin: Erst 2013 hat er das Lammkontor gegründet und nimmt zum zweiten Mal an der Grünen Woche teil. Wieder gekommen ist er vor allem, wegen den guten Erfahrungen aus dem letzten Jahr. „Hier auf der Messe kann man besonders gut mit anderen ins Gespräch kommen und Diskussionen anregen, ohne dabei beispielsweise über die Landwirtschaftskammer gehen zu müssen. Die Vernetzung untereinander ist hier einmalig.“

Und auch der Kontakt zu seinen Kunden ist ein besonderer auf der Grünen Woche. Immer wieder begrüßen ihn einige Besucher aus dem letzten Jahr. Das freut den Husumer. „So bekomme ich tolles Feedback von Kunden, die unsere Produkte im letzten Jahr hier kennen gelernt haben oder in unserem Onlineshop immer wieder gerne etwas bestellen.“

Von vornherein war für ihn klar, dass er mit seinem Salzlamm auch über die Grenzen Husums hinaus bekannt werden möchte. Und genau das ermöglicht ihm die Grüne Woche wie keine andere Veranstaltung. „Berlin ist eine sehr vielfältige Stadt mit vielen interessierten Menschen. Das ist eine gute Voraussetzung für unser hochwertiges Produkt.“ Und er verrät, dass er sogar schon über ein Restaurant in der Hauptstadt nachgedacht hat.

Der Renner am Stand sind in diesem Jahr seine eigens kreierten Würstchen. Dabei kommt die Mischung aus Thymian und Meersalz mindestens genauso gut an, wie die Merguez, die eigentlich eine französische Spezialität ist. Von Sönke Müller wurde sie extra in eine Nordfriesische Salzlamm-Ochsen Variante umgewandelt.

Die Besucher am Stand sind von den Kreationen begeistert. Sogar Vegetarier, die wegen der Skandale in der Industrie ihren Fleischkonsum gestrichen haben, hat er nach eigenen Angaben mit seinen Lämmern wieder zu Fleischessern bekehren können. Für Heimköche empfiehlt er Kurzgebratenes, wie beispielsweise Schulter mit Schmorgemüse – ohne viel Tamtam und Gewürze. „Denn nur so, behält das Lamm unbedingt seinen einmaligen Geschmack bei“.

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