Wirtschaftsfaktor Raps : Warum es in SH in diesem Sommer weniger Rapsfelder zu bewundern gibt

Blühende Rapsfelder: In Deutschland wird Biodiesel vor allem aus Raps hergestellt.
Blühende Rapsfelder: In Deutschland wird aus Raps vor allem Biodiesel hergestellt.

Die extreme Nässe während der Aussaat im Herbst und der Frost in diesem Winter haben Folgen. Viele Bauern sind in Sorge.

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31. März 2018, 09:25 Uhr

Rendsburg | Nach dem späten Wintereinbruch im März hoffen Schleswig-Holsteins Landwirte auf einen warmen April. Zwar haben die Frühjahrsarbeiten auf den Feldern größtenteils begonnen. „Es ist aber nach wie vor zu kalt“, sagte Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer in Rendsburg. Dem Wintergetreide haben die niedrigen Temperaturen der vergangenen Wochen bislang offensichtlich nicht geschadet. „Sorgen bereitet jedoch der Raps.“

Raps wird in Schleswig-Holstein im August gesät. 2017 hatten jedoch rekordverdächtige Regenmengen in jenen Wochen die Böden im nördlichsten Bundesland komplett durchnässt. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes DWD fielen von Juli bis November 2017 in Schleswig-Holstein mehr als 512 Liter Regen. Die Auswirkungen für die norddeutschen Landwirte waren nach Einschätzung des Kreisbauernverbandes Dithmarschen „verheerend“. Vielerorts konnte die Aussaat von Raps nicht abgeschlossen werden. Besonders betroffen war der Westen des Landes von Dänemark bis runter zur Elbe.

Kahlfröste schaden dem Raps

„Normalerweise liegt die Anbaufläche von Raps in Schleswig-Holstein zwischen 90.000 und 100.000 Hektar. Davon wurden 2017 nur ein Viertel ausgesät“, sagte Rixen. Und: „Man weiß noch nicht, wie der Raps den Winter überstanden hat.“ Der Winter brachte teilweise sehr tiefe Temperaturen, die nicht überall durch Schneedecken abgemildert wurden. Die so genannten Kahlfröste haben wahrscheinlich in einigen Regionen Schaden angerichtet. Manche Bauern werden daher vor der Entscheidung stehen, ob sie ihre Rapsfelder umbrechen sollen – also umpflügen und etwas anderes aussäen.

1800 Liter Rapsöl pro Hektar

Eine schwere Entscheidung, denn Raps ist ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft im ländlich Raum Schleswig-Holsteins. Mit einem Ölgehalt von bis zu 45 Prozent und einem Eiweißgehalt von rund 22 Prozent gehört der Raps zu den wertvollsten Produkten aus pflanzlicher Produktion weltweit, sagte Rixen. Besonders in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bieten Klima, Witterung und Böden dem Raps optimale Voraussetzungen für Wachstum und Entwicklung. Mit durchschnittlich vier bis viereinhalb Tonnen pro Hektar werden in dieser Region unter normalen Anbaubedingungen die höchsten Rapserträge in Deutschland erreicht. Jeder Hektar ergibt rund 1800 Liter wertvolles Rapsöl.

Sommer-Raps hat in Schleswig-Holstein nach Angaben der Landwirtschaftskammer keine Bedeutung: In diesen Tagen geht es eher um Kulturen wie Ackerbohnen, Sommerweizen, Gerste oder Hafer, sagte Rixen. Um ihre Sommerbestellungen abschließen zu können, wünschen sich die Bauern jetzt höhere Temperaturen und trockenes Wetter „Und danach ein bisschen Regen, damit alles gut gedeiht.“

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