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HSH-Nordbank : Vorstand verzichtet auf Bonus, aber nicht auf Bezüge

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„Was rechtfertigt 500.000 Euro fürs Nichtstun?“, fragt die CDU. Finanzministerin Monika Heinold steht dennoch zu dem Paket, das dem jetzt scheidenden Bankchef bis zum nächsten Jahr die Bezüge sichert.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2016 | 18:19 Uhr

Kiel/Hamburg | Der Vorstand der HSH-Nordbank um den künftigen Chef Stefan Ermisch verzichtet auf Bonuszahlungen im Falle einer erfolgreichen Privatisierung der Landesbank. Nach dpa-Informationen ist diese Prämie, die bei einem erfolgreichen Verkauf der Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein bis Februar 2018 gezahlt werden sollte, vom Tisch. Zuvor hatte das „Hamburger Abendblatt“ darüber am Mittwoch berichtet. Danach sollten pro Mitglied des künftig vierköpfigen Vorstands bis zu 300.000 Euro ausgezahlt werden. Nach Angaben des Blattes soll Ermisch in der jüngsten Aufsichtsratssitzung auf den Bonus verzichtet haben.

Der bisherige Finanzvorstand Ermisch übernimmt am 10. Juni die Leitung der HSH Nordbank. Der seit 2011 amtierende Bankchef Constantin von Oesterreich legt den Vorstandsvorsitz einvernehmlich zum selben Datum nieder. Seine noch bis 2017 laufenden vertraglichen Ansprüche bleiben bestehen, was vor allem in der CDU-Opposition im Kieler Landtag auf Kritik stieß. Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) solle erklären, was 500.000 Euro pro Jahr für Nichtstun rechtfertige, hatte die CDU gefordert.

Heinold erläuterte noch einmal ihre Beweggründe für die Zustimmung zu dem Konstrukt. Sie verwies auf die Verpflichtung beider Länder, ihre Anteile an der HSH zu verkaufen. „Jetzt muss es unser oberstes Ziel sein, den Verkaufsprozess bestmöglich zu gestalten“, sagte Heinold. „Je besser dieses gelingt, desto stärker wird das Landesvermögen geschont.“

Aufsichtsratschef Thomas Mirow habe sie davon überzeugt, dass die neue Zusammensetzung mit einem verkleinerten Vorstand unter der Führung von Ermisch dafür die besten Voraussetzungen biete. Zu diesem Personalpaket gehöre auch die Amtsniederlegung von Oesterreichs, dessen aktueller Vertrag Ende Oktober 2017 ausläuft und damit mitten im geplanten Verkaufsprozess. Der bisherige Vorstand habe die Bank in den letzten Jahren erfolgreich durch den europäischen Stresstest gebracht und viel Zeit und Kraft in das schwierige, nervenaufreibende Beihilfeverfahren gesteckt, sagte Heinold. „Für die kommenden Jahre ist es wichtig, einen gut aufgestellten Vorstand zu haben, der Kontinuität sicherstellt.“

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