Export : Von Schleswig-Holstein in die Welt

Abtransport:Maschinen  sowie Nahrungs- und Genussmittel gehören zu Schleswig-Holsteins Exportschlagern. Foto: dpa
Abtransport:Maschinen sowie Nahrungs- und Genussmittel gehören zu Schleswig-Holsteins Exportschlagern. Foto: dpa

Die Exportwirtschaft bekommt immer mehr Gewicht fürs Land. Wachstumsstark ist nach Einschätzung von Experten weiterhin die Ernährungsbranche.

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05. Juli 2011, 09:34 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Exportwirtschaft gewinnt immer mehr an Schwerkraft. Das zeigen nicht nur die jüngsten Zahlen des Statistikamtes Nord, auch ein Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre bestätigt einen stetigen Aufwärtstrend.
So hat das nördlichste Bundesland 2010 Waren im Wert von 18,4 Milliarden Euro exportiert. Das ist ein Plus von 23 Prozent gegenüber 2009, durch das die Einbußen des Krisenjahres mehr als ausgeglichen werden konnten. Im ersten Quartal 2011 wurden bereits Waren im Wert von 4,4 Milliarden Euro ins Ausland geliefert, plus 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Lag die Exportquote des verarbeitenden Gewerbes in Schleswig-Holstein im Jahr 2000 noch knapp unter 32 Prozent, so erreichte sie 2010 bereits die 40-Prozent-Marke. Der Norden habe in Sachen Export den einst "deutlichen Rückstand aufgeholt" und liege heute "knapp unter dem Bundesdurchschnitt", sagt Bernd Bösche, Geschäftsführer der WTSH, der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes.
Krisenländer wie Griechenland kaum relevant
Das dürften auch Krisenländer wie Griechenland und Japan oder Regionen wie Nordafrika nicht ändern. Sie sind insgesamt betrachtet nur von geringer Bedeutung. Über 72 Prozent der Exporte gingen 2010 in andere europäische Länder, darunter Dänemark mit 11,1 Prozent, Niederlande (5,8 Prozent), Belgien (5,3 Prozent), Frankreich (4,8 Prozent), Großbritannien (4,6 Prozent). 10,3 Prozent der Ausfuhren gingen nach Amerika, 14,2 Prozent nach Asien.
Dabei hatten Maschinen einen Anteil von 13,2 Prozent am Ausfuhrvolumen, Nahrungs- und Genussmittel lagen bei knapp zehn Prozent. Wachstumsstark ist nach Einschätzung von Experten weiterhin die Ernährungsbranche aber auch der Markt für pharmazeutische Erzeugnisse (Anteil am Exportvolumen 2010 6,8 Prozent) und für Medizintechnik, deren Anteil am Exportvolumen kontinuierlich gestiegen ist und 2010 bei 5,4 Prozent lag.
Exporte nach China bald größer als in die USA
Schleswig-Holsteins Mittelständler sind größtenteils Spezialisten, die mit technologisch anspruchsvollen Produkten Nischen besetzen. Um zu wachsen, müssen sie entweder in etablierten Märkten die Konkurrenz verdrängen oder noch nicht erschlossene ausländische Märkte erobern.
Für viele kleine und mittelständische Unternehmen ist der Gang ins Ausland allerdings eine große Herausforderung. Die WTSH unterstützt Firmen deshalb auch dabei, in anderen Ländern Fuß zu fassen. Gemeinsam mit den Betrieben analysiert sie unter anderem, welche Chancen diese mit ihren Produkten und Dienstleistungen auf dem ausländischen Markt haben und bietet mit Auslandsniederlassungen auch einen umfassenden Service vor Ort an.
Im Fokus der Wirtschaftsförderer stehen derzeit insbesondere die sogenannten BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika). "Sie haben ein sehr hohes Marktpotenzial", sagt Bösche. Seiner Einschätzung nach ist der Exporteinbruch während der Wirtschaftskrise durch die BRICS-Staaten - mit Ausnahme von Russland - abgefedert worden, weil die Rückgänge in diesen Ländern nicht ganz so stark gewesen seien. Bösche: "In fünf Jahren dürften die Exporte nach China die Exporte in die USA überholt haben."
(tnn, shz)

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