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Kommentar zu Kartell-Vorwürfen gegen Autobauer : Von der E-Technik zum Totalschaden

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Haben VW, Audi, Porsche und Mercedes den Abgasbetrug gemeinsam entwickelt? Nicht auszudenken, meint Jürgen Muhl.

shz.de von
erstellt am 22.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Vor fast einem Jahr haben sich Audi, BMW, Daimler, Ford und Porsche auf eine Strom-Allianz geeinigt. Bis 2020 sollen an Europas Fernstraßen Tausende E-Tankstellen entstehen, um Stromautos zum Durchbruch zu verhelfen. Eine gute Idee. Werden doch erst dann Elektroautos in größeren Mengen gekauft, wenn die Infrastruktur stimmt. Und wenn sich die Reichweiten verbessern. Da macht die Industrie-Allianz Sinn. Die Autohersteller wollen ein gemeinsames Unternehmen gründen, um in der Elektro-Mobilität schneller voran zu kommen. Was in der Politik auf Verständnis stoßen sollte, fordert sie doch die zügige Weiterentwicklung dieser abgasarmen Technik und verteufelt den Diesel. Dabei könnte der moderne Selbstzünder Teil der Lösung sein. 

Ein heilloses Durcheinander bestimmt derzeit die politischen Ausrichtungen in der automobilen Zukunftsplanung. So gibt es grüne Forderungen, Verbrenner-Motoren ab dem Jahr 2030 nicht mehr zuzulassen. Der automobile Markt wäre am Ende, der Käufer mundtot.

Die EU droht gar mit rigorosen Maßnahmen, ganz zum Nachteil der betroffenen Autofahrer. Sie will alle manipulierten Diesel-Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen, sollten diese nicht bis Ende des Jahres umgerüstet werden. Welch ein grandioses Schauspiel mit ungewissem Ausgang auf europäischer Bühne. Deutschlands Autofahrer verstehen die Welt nicht mehr. Sind sie doch schuldlos an diesem Debakel.

Und dann gibt es seit Freitag einen Kartellverdacht gegen die deutschen Autobauer. Unabhängig von der gemeinsamen Strom-Offensive. Die Unternehmen sollen in Details der Entwicklungstechnik ihre Köpfe zusammengesteckt haben. Angeblich liegen Selbstanzeigen vor. Womöglich haben VW, Audi, Porsche und Mercedes den Abgasbetrug gemeinsam entwickelt. Nicht auszudenken. Das wäre ein Totalschaden. 

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