Umstrittener Schlachthof : Vion sucht neuen Standort in SH

Der Schlachtbetrieb Vion will seinen Betrieb in Bad Bramstedt mittelfristig schließen und auf die grüne Wiese umziehen. Der Neubau soll zentral in Schleswig-Holstein erfolgen.

shz.de von
26. Juni 2014, 13:34 Uhr

Bad Bramstedt | Der Nahrungsmittelkonzern Vion ist auf der Suche nach einem Standort für seinen Schlachthof in Schleswig-Holstein. „Unser Ziel ist es, auf der grünen Wiese einen neuen Betrieb zu errichten“, äußerte der Unternehmensdirektor Heinz Schweer gegenüber den Kieler Nachrichten. Grund für die Umzugspläne ist der 46 Jahre alte Schlachtbetrieb in Bad Bramstedt, der mittelfristig nicht mehr weiter modernisiert werden soll.

Einen Neubau am derzeitigen Standort schließt Schweer aus. Der neue Schlachthof solle zentral in Schleswig-Holstein liegen und eine gute Verkehrsanbindung haben. Voraussetzung für die 40 Millionen Euro teure Investition sei ein Bekenntnis der Landesregierung zu Vion. Entsprechende Gespräche mit Ministerpräsident Torsten Albig wurden in diesem Zusammenhang bereits geführt, so Schweer.

Mit einer schnellen Entscheidung ist nicht zu rechnen. „In den nächsten fünf Jahren passiert nichts“, so Schweer. Weitere Informationen wollte Vion trotz mehrfacher Anfrage von shz.de nicht herausgeben.

Der Vion-Schlachthof in Bad Bramstedt ist in Schleswig-Holstein höchst umstritten. Erst im Februar schloss Umweltminister Robert Habeck (Grüne) den Betrieb wegen unhygienischer Zustände und Tierquälerei für fast vier Wochen. Seitdem steht der Schlachthof unter ständiger Beobachtung.

Vor drei Wochen legte die zuständige Fachaufsicht einen Zwischenbericht vor. Das Ergebnis: Alles hat sich verbessert, aber immer noch werden verschmutzte Stiefel und verunreinigte Schläuche bemängelt. Die an die Wiedereröffnung geknüpften Bedingungen sind hingegen so gut wie erfüllt. „Einige stehen noch aus, der Betreiber liegt hier aber im vereinbarten Zeitplan“, so Habecks Sprecherin Nicola Kabel. Die neue Tötungsfalle wurde in diesem Monat in Betrieb genommen. Bis Ende September soll zudem eine verbesserte Lüftungs- und Kühltechnik sowie Lufttrocknung installiert werden, um Kondenswasserbildung zu vermeiden.

Nach Angaben Schweers ist Vion durch die Schließung ein Schaden im mittleren einstelligen Millionenbereich entstanden. „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Schließung unverhältnismäßig war.“

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