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„Küstenaktionstag“ : Video: Warnstreik der IG Metall Küste in Kiel

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Die Tarifverhandlungen in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie stehen vor der entscheidenden Runde. Die IG Metall macht Druck. shz.de zeigt ein Video von der Demonstration aus Kiel.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2015 | 18:15 Uhr

Hamburg | Mit Warnstreiks, Demonstrationen und Kundgebungen haben sich Metallarbeiter in ganz Norddeutschland für ihre Forderungen in der laufenden Tarifrunde stark gemacht. Schwerpunkte der Aktionen lagen in Bremen und Kiel, aber auch bei der Meyer Werft in Papenburg, in Rastede, Rendsburg, Lübeck, Itzehoe und Stralsund sowie an etlichen weiteren Standorten von Betrieben der Metall- und Elektroindustrie kam es zu Arbeitsniederlegungen. Nach Angaben der IG Metall Küste beteiligten sich mehr als 20.000 Metaller an den Aktionen in Norddeutschland.

IG-Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken erklärte in Kiel, sollte am Montag im Pilotbezirk Baden-Württemberg kein Durchbruch erzielt werden, bereite sich die Gewerkschaft auf Streiks vor. „Nächste Woche entscheidet es sich“, sagte Geiken. „Entweder haben wir dann ein Ergebnis zu allen drei Forderungen oder wir starten die Urabstimmung und den unbefristeten Streik. Damit wir am Verhandlungstisch zu einer Lösung kommen, müssen sich die Arbeitgeber einen Ruck geben. Dazu wollen wir sie mit den Warnstreiks bringen.“

In Bremen ging es in zwei Demonstrationszügen zur zentralen Kundgebung, an der sich rund 3000 Metaller beteiligten. Im Warnstreik waren dort insgesamt 5700 Beschäftigte aus 20 Betrieben. In Bremerhaven zählte die IG Metall weitere 500 Warnstreikende aus neun Betrieben. Sie versammelten sich zur Kundgebung vor der Lloyd-Werft.

In Nordwestniedersachsen waren 7200 Beschäftigte aus 31 Betrieben dem Aufruf zum Warnstreik gefolgt. Zu den zentralen Kundgebungen und Demonstrationen in Nordenham und Rastede kamen jeweils rund 1000 Metaller. In Rostock beteiligten sich 550 Beschäftigte aus sieben Betrieben an einer Kundgebung vor der Neptun-Werft. Hamburg war von den Warnstreiks ausgenommen.

Der Arbeitgeberverband Nordmetall kritisierte die Warnstreiks. „Die IG Metall hat das Instrument des Warnstreiks längst überstrapaziert“, sagte Hauptgeschäftsführer Nico Fickinger. „Das sind Flächenstreiks ohne Urabstimmung.“ Wenn die IG Metall die Energie, die sie auf die Warnstreiks verwende, in die Suche nach einem fairen Kompromiss stecken würde, wäre der Tarifkonflikt längst beigelegt, sagte der Verbandschef.

Die Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten sowie neue Regeln für Bildungs- und Altersteilzeit. Die Arbeitgeber haben bislang 2,2 Prozent mehr Entgelt angeboten. Die vierte Verhandlungsrunde für den Norden ist am 26. Februar in Hamburg vorgesehen. Die IG Metall Küste und der Arbeitgeberverband Nordmetall verhandeln über die Tarife für rund 140.000 Beschäftigte der Metallindustrie in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem nordwestlichen Niedersachsen.

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