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HSH Nordbank : Verkauf der Immobiliensparte: Fatale Informationspolitik

vom

Die Immobiliensparte der HSH Nordbank ist verkauft. Doch zu viele Fragen sind offen. Die Landesbank muss stärker auf Transparenz setzen. Ein Kommentar von Bernd Ahlert.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2013 | 07:08 Uhr

Hamburg | Sie lernen es einfach nicht. Egal, wer die HSH Nordbank lenkt – Geheimniskrämerei oder Salamitaktik beim Verbreiten der Wahrheit über den Zustand und die Geschäfte der Landesbank scheinen angeborene Instinkte in der Vorstandsetage zu sein. Fakt ist: Die Informationspolitik der Bank sorgt regelmäßig für Irritationen, Spekulationen und reichlich Aufregung. Wie im neuesten Fall – dem Verkauf der Immobiliensparte. Wie blauäugig müssen die Manager der HSH Nordbank sein, dass sie glauben, ein solches Geschäft abschließen zu können, ohne der Öffentlichkeit alle Fakten und die Hintergründe auf den Tisch zu legen. Mag ja sein, dass ein Euro für die Immobilientochter ein angemessener Preis ist. Und vielleicht gibt es nachvollziehbare Gründe dafür, dass ausgerechnet ein hauseigener Manager den Zuschlag erhält. Aber es ist doch wirklich nicht schwer zu begreifen, dass ein solcher Deal ohne vernünftige Erklärung für Unverständnis und Kopfschütteln sorgen muss – und alle öffentlichen Vorbehalte gegen die Bank bestätigt werden, die sich im Zuge ihrer unheilvollen Geschichte der letzten Jahre aufgebaut haben. Kein Mensch außerhalb der Vorstandsetage kann begreifen, warum ein Tochterunternehmen mit Immobilien im Wert von 320 Millionen Euro und Immobilienfonds im Wert von zwei Milliarden Euro für einen Euro den Besitzer wechselt. Und jeder vermutet hinter dem Management-Buy-Out-Verfahren Mauschelei.

Das ist fatal für die schlingernde HSH Nordbank. Vorstandschef Constantin von Oesterreich und seine Kollegen sollten begreifen, dass diese Bank von den Steuerzahlern in Hamburg und Schleswig-Holstein – die zugleich die Eigentümer sind – gerettet worden ist. Und die haben ein Recht darauf zu erfahren, was hinter dem Geschäft steckt. Ohne Transparenz kann es keine Akzeptanz für ein Kreditinstitut geben, das auf öffentliches Geld angewiesen ist wie ein Drogensüchtiger auf den nächsten Schuss. Und ohne Akzeptanz wird es keine Geschäfte und damit keine Rettung geben. Also: Her mit der Erklärung. Informationen sind im Fall der HSH Nordbank keine Hol-, sondern eine Bringschuld.

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