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CDU-Fraktionschef in SH : Verkauf der HSH Nordbank: Tobias Koch warnt vor zusätzlichen Belastungen für Steuerzahler

vom

Es gibt verbindliche Angebote für die Nordbank. Bankchef Ermisch äußerte sich zuversichtlich zu den Verkaufschancen der Bank.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 12:05 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins CDU-Fraktionschef Tobias Koch hat sich zurückhaltend über den geplanten Verkauf der HSH Nordbank geäußert. „Bei der Prüfung der Angebote ist sicherzustellen, dass diese nicht mit Nebenbedingungen und Auflagen versehen sind, die den Steuerzahlern zusätzliche Risiken und Belastungen aufbürden“, sagte Koch am Montag. Außerdem sei zu prüfen, „ob ein Verkauf zu den eingegangenen Geboten die Länderhaushalte tatsächlich weniger stark belastet, als dieses bei einer geordneten Abwicklung der Bank der Fall wäre“.

Die HSH Nordbank war während der Finanzkrise 2008 in eine Schieflage geraten und ächzt bis heute unter einem Berg fauler Schiffskredite. Der Staat musste damals einspringen und stützte die Bank mit einer milliardenschweren Garantie. Auf Druck der EU müssen sich die Besitzer - die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein - bis Anfang 2018 von der HSH Nordbank trennen, andernfalls wird sie abgewickelt.

Der Eingang mehrerer verbindlicher Angebote sei „ohne Frage positiv zu bewerten“, sagte Koch. „Hierin spiegelt sich die durch den Abbau von Altlasten und ein wachsendes Neugeschäft gestiegene Attraktivität der Bank wider.“ Bis zu einem Verkauf der Bank sei es dennoch ein langer Weg.

Zuvor hatten die Hamburger Finanzbehörde und das schleswig-holsteinische Finanzministerium in Kiel mitgeteilte, dass der Verkaufsprozess fortgesetzt wird. Es seien verbindliche Angebote für die Übernahme der Bank abgegeben worden.

Auch Bankchef Stefan Ermisch äußerte sich zuversichtlich zu den Verkaufschancen der Bank. „Was mich dabei vielleicht noch zuversichtlicher stimmt, ist, dass die Investoren einen ganz zukunftsorientierten Blick eingenommen haben, was die HSH Nordbank angeht, und weit nach vorne blicken“, sagte Ermisch in einem am Montag auf der Internet-Seite der Bank veröffentlichten Video-Statement. „Und das lässt uns weiter hoffen.“

Laut Ermisch kommt die Kernbank vor allem im Geschäft mit Unternehmenskunden sowie in den Bereichen Erneuerbare Energien und Immobilien gut voran. Das Neugeschäft habe sich durchweg erfreulich entwickelt und sei in den ersten neun Monaten um rund zehn Prozent auf 6,4 Milliarden Euro gestiegen. Auch der Abbau fauler Kredite aus den Jahren vor 2009 schreite zügig voran. Waren zum Jahresende 2016 noch 13,6 Milliarden Altlasten bei der Abbaubank gebündelt, so sollen es zum Ende dieses Jahres spürbar weniger als acht Milliarden Euro sein.

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