SH, MV und Hamburg : Verdi ruft zu Warnstreik in norddeutschen Helios-Kliniken auf

2500 Mitarbeiter sind zu dem Protest aufgerufen. Hintergrund sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen.

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28. Mai 2018, 16:30 Uhr

Kiel/ Schwerin | Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag zu einem Warnstreik in norddeutschen Helios-Kliniken aufgerufen. Rund 2500 Mitarbeiter in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern seien zum Protest angehalten, teilte die Gewerkschaft am Montag mit. Mehrere Kliniken seien von der Früh- bis zur Spätschicht von dem Warnstreik betroffen – darunter die Helios Ostseeklinik Damp, das Helios Hanseklinikum Stralsund, die Helios Reha-Klinik Ahrenshoop und die Endo-Klinik Hamburg. Helios kritisierte die angekündigten Warnstreiks scharf.

Hintergrund des Warnstreiks sind der Gewerkschaft zufolge die festgefahrenen Tarifverhandlungen mit Helios Nord. „Wir sind seit vielen Monaten in Verhandlungen und Gesprächen und treten dabei auf der Stelle“, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Steffen Kühhirt.

Verdi fordert für die Beschäftigten eine Lohnerhöhung um sieben Prozent, eine einheitliche Entgelttabelle für die Reha- und Akutkliniken, ein Metropolenzuschlag für Hamburger Mitarbeiter und die Ost-West-Angleichung der wöchentlichen Arbeitszeit. „In Helios-Kliniken Mecklenburg-Vorpommerns arbeiten die Beschäftigten noch immer 40 Stunden wöchentlich und damit länger als die Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken der alten Bundesländer (38,5 Stunden)“, betonte Kühhirt. Diese Umstände halte die Gewerkschaft für „skandalös“.

Mit dem Aufruf behindere die Gewerkschaft die laufenden Tarifverhandlungen, erklärte Helios-Verhandlungsführerin Dorothea Schmidt. „Ich bin über diesen Aufruf zum jetzigen Zeitpunkt sehr verwundert, er konterkariert die aus unserer Sicht – wie auch in vielen anderen Kliniken unseres Unternehmens – völlig normal und zeitgerecht verlaufenden Tarifverhandlungen.“ Die Gewerkschaft bringe eine unnötige Schärfe in die Verhandlungen und erschwere die Versorgung der Patienten.

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