1,27 Euro je Kilo : Verband: Krabbenpreise dramatisch gefallen

Die Fangmengen der Krabbenfischer waren 2013 durchschnittlich, ihre Einnahmen aber so hoch wie nie.
Die Fangmengen der Krabbenfischer waren 2013 durchschnittlich, ihre Einnahmen aber so hoch wie nie.

Mindestens drei Euro für ein Kilo Krabben wollen die Fischer - nur 1,27 Euro zahlen die Großhändler. Der Verband der Deutschen Kutter- und Küstenfischer wettert.

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23. April 2011, 11:01 Uhr

Deutschlands Küstenfischer schlagen Alarm: Die Erzeugerpreise für Krabben seien so dramatisch gefallen, dass sich die deutschen Fischer auf einen Fangstopp vorbereiten, teilte der Verband der Deutschen Kutter- und Küstenfischer am Donnerstag in Hamburg mit.
Die beiden einzigen Krabbengroßhändler für die Fänge der rund 400 Kutter in Deutschland, Dänemark und Holland zahlten nur noch einen Kilopreis von 1,27 Euro. "Angesichts explodierender Treibstoffpreise müssen die Fischer jedoch mindestens drei Euro bekommen", betonte der Büsumer Krabbenfischer André Hamann. In Holland würden bereits tonnenweise Krabben vernichtet.
Überdurchschnittlich gute Fänge seit November
Hintergrund des Preisverfalls sind die sehr guten Schollenbestände und sehr guten Krabbenbestände in der Nordsee, die den Fischern seit November vergangenen Jahres überdurchschnittlich gute Fänge bescheren. Während die deutschen Fischer überwiegend Winterpause machten, waren viele Niederländer durchgehend auf Krabbenfang.
Wegen niedriger Erzeugerpreise für Schollen blieben sie auch im Frühjahr bei der Krabbenfischerei. Angesichts des Krabben-Angebots machten die Lebensmittelhändler "knallharte Niedrigpreispolitik gegenüber den Krabbengroßhändlern", urteilte der Fischerverband.
(lno, shz)
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