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Kündigung für Andrea Gastager : Uwe Wanger wird neuer Interims-Steuermann der Tash

vom

Der 58-Jährige soll bis zur Ernennung eines Nachfolgers die Geschäfte übernehmen. Andrea Gastager flattert die fristlose Kündigung auf den Tisch.

shz.de von
erstellt am 29.Feb.2016 | 18:05 Uhr

Der Aufsichtsrat der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (Tash) hat sich mit sofortiger Wirkung von Geschäftsführerin Andrea Gastager getrennt und den 58-jährigen Uwe Wanger zum Interims-Geschäftsführer ernannt. Das teilte der Aufsichtsrat in einer Pressemitteilung am Montag mit.

Der Wirbel an der Spitze trifft die Tash zu einem Zeitpunkt, an dem es ganz besonders auf die zentrale Marketinggesellschaft ankommt: Gerade erst hat sich Schleswig-Holstein eine neue Tourismusstrategie mit ehrgeizigen Wachstumszielen gegeben, die es jetzt mit Leben zu erfüllen gilt.

„Die schwerwiegenden Vorwürfe gegen Andrea Gastager machen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit unmöglich“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Bartsch am Montag in Kiel. Gegen die ehemalige Geschäftsführerin ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft in Kiel wegen des Verdachts der Untreue. Sie soll privat mit der Firmenkreditkarte eingekauft haben. Gastager bestreitet die Vorwürfe. Bereits im Januar wurde sie von ihren Aufgaben freigestellt.

Der neue Interims-Geschäftsführer der Tash, Uwe Wanger, soll die Geschäfte bis zur Ernennung eines Nachfolgers führen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Der Tourismus-Experte ist langjähriger Geschäftsführer von Kiel-Marketing e.V. und der Kiel-Marketing GmbH sowie der erste Vorsitzende der Marketingkooperation Städte in Schleswig-Holstein.

Begleitet von großen Hoffnungen der Touristiker des Landes, war Gastager erst vor anderthalb Jahren einstimmig zur Geschäftsführerin der Tash gewählt worden. Sie löste Christian Schmidt ab, der zunehmend glücklos agierte und sich auf die regionale Ebene in seiner hessischen Heimat wegbewarb. „Frau Gastager ist eine hochkompetente und bundesweit gut vernetzte Expertin“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zum Amtsantritt der neuen Chefin. Der SPD-Politiker ist zugleich Präsident des Deutschen Tourismusverbands und hat touristische Weichenstellungen im Land zur Chefsache gemacht.

Vor ihrem Wechsel an die Tash-Spitze war die aus Bayern stammende Gastager lange Jahre Tourismus-Chefin in Lübeck. Dort hatte sie durch innovative, auch überregional wahrgenommene Marketing-Ideen auf sich aufmerksam gemacht. Auch auf Landesebene sorgte sie für Aufmerksamkeit. Insbesondere mit der Marketing-Kampagne für das „Glückswachstumsgebiet“ Schleswig-Holstein. Es verzahnt die Vorstellung vom Urlaubsglück mit Umfrageergebnissen, in denen die Schleswig-Holsteiner selbst sich regelmäßig als glücklichste Menschen in Deutschland bezeichnen. Erst im Herbst hat Gastager erstmals eine Kampagne für eine schleswig-holsteinische Auslandswerbung gestartet.

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