zur Navigation springen

Andrea Gastager : Untreue-Verdacht: Tash-Chefin weist Vorwürfe zurück

vom

Die Staatsanwaltschaft ermittelt, Andrea Gastager reagiert: Ihre Abhebungen seien der Tash bekannt gewesen.

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2016 | 16:05 Uhr

Kiel | Nach der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen des Vorwurfs der Untreue hat sich die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH (Tash), Andrea Gastager, erstmals öffentlich dazu geäußert. Über ihren Anwalt ging sie am Donnerstag auf den Vorwurf ein, ihre dienstliche Kreditkarte für private Zwecke missbraucht zu haben. „Im Jahr 2014 gab es im Zusammenhang mit einer intensiven Dienstreiseaktivität Barabhebungen über ca. 3200 Euro“, heißt es in der Mitteilung.

Der Wirbel an der Spitze trifft die Tash zu einem Zeitpunkt, an dem es ganz besonders auf die zentrale Marketinggesellschaft ankommt: Gerade erst hat sich Schleswig-Holstein eine neue Tourismusstrategie mit ehrgeizigen Wachstumszielen gegeben, die es jetzt mit Leben zu erfüllen gilt.

Die Abhebungen seien der Tash bekannt gewesen und im Jahresabschluss 2014 als Forderung gegen die Geschäftsführung ausgewiesen worden. Der Betrag sei Anfang 2015 abgerechnet worden. „Ferner habe ich während einer Dienstreise in einem Hotel private Dienstleistungen in Anspruch genommen, die im Rahmen der Reisekostenabrechnung von mir erstattet wurden“, gab die Tash-Chefin weiter an. Zur strafrechtlichen Bewertung des Vorgangs werde sich ihr Verteidiger gegenüber der Staatsanwaltschaft Kiel äußern.

Begleitet von großen Hoffnungen der Touristiker des Landes, war Gastager erst vor anderthalb Jahren einstimmig zur Geschäftsführerin der Tash gewählt worden. Sie löste Christian Schmidt ab, der zunehmend glücklos agierte und sich auf die regionale Ebene in seiner hessischen Heimat wegbewarb. „Frau Gastager ist eine hochkompetente und bundesweit gut vernetzte Expertin“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zum Amtsantritt der neuen Chefin. Der SPD-Politiker ist zugleich Präsident des Deutschen Tourismusverbands und hat touristische Weichenstellungen im Land zur Chefsache gemacht.

Vor ihrem Wechsel an die Tash-Spitze war die aus Bayern stammende Gastager lange Jahre Tourismus-Chefin in Lübeck. Dort hatte sie durch innovative, auch überregional wahrgenommene Marketing-Ideen auf sich aufmerksam gemacht. Auch auf Landesebene sorgte sie für Aufmerksamkeit. Insbesondere mit der Marketing-Kampagne für das „Glückswachstumsgebiet“ Schleswig-Holstein. Es verzahnt die Vorstellung vom Urlaubsglück mit Umfrageergebnissen, in denen die Schleswig-Holsteiner selbst sich regelmäßig als glücklichste Menschen in Deutschland bezeichnen. Erst im Herbst hat Gastager erstmals eine Kampagne für eine schleswig-holsteinische Auslandswerbung gestartet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen