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Umfrage : Unternehmern in SH fehlen Nachfolger

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Schleswig-Holstein droht langfristig ein Verlust von tausenden Arbeitsplätzen. Der Grund: Viele Unternehmer der klein- bis mittelständisch strukturierten Wirtschaft finden keinen Nachfolger und schließen.

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2014 | 12:48 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Unternehmer tun sich im Alter zunehmend schwerer bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Zahlreiche Firmeninhaber im Alter von mehr als 55 Jahren haben den Betriebsübergang noch nicht sichergestellt. Dies ist das Ergebnis einer am Donnerstag vorgestellten, allerdings nicht repräsentativen Umfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie der Handwerkskammern. Besonders betroffen sind demnach der Handel, das Handwerk und der Dienstleistungssektor. Bereits im vergangenen Jahr haben die Kammern rund 20.000 Firmenchefs im Land angeschrieben, die älter als 55 Jahre sind. Knapp zehn Prozent (1800 Unternehmer) von ihnen nahmen an der Umfrage teil.

Demnach will jeder Fünfte seinen Betrieb ganz aufgeben. „Das würde allein für das Handwerk einen Verlust von 6000 Arbeitsplätzen bedeuten“, sagte Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schleswig-Holstein.Zudem haben sich mehr als die Hälfte der Teilnehmer (52,1 Prozent) überhaupt noch nicht mit der Übergabe ihres Betriebs auseinandergesetzt. Zum Vergleich: Bei der vorangegangen Umfrage der Kammern im Jahr 2008 traf dies nur auf 45,1 Prozent der teilnehmenden Firmenchefs zu. „Es ist wichtig, dass sich die Unternehmer frühzeitig mit dem Thema beschäftigen und nach einer Nachfolgeregelung suchen“, riet Wirtschafts-Staatssekretär Frank Nägele. Vertreter der Kammer sprachen von einem besorgniserregenden Signal.

Als Reaktion wollen sie ihre Beratungsangebote für die Betriebsnachfolge weiter intensivieren. „Wir haben seit der Umfrage bereits mehrere hundert Beratungsgespräche geführt“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Lübeck, Lars Schöning.Häufigstes angegebenes Hindernis für eine erfolgreiche Nachfolger-Suche ist demnach der Verkaufspreis. 30,2 Prozent nannten dies als Grund. Die Finanzierungsfrage (19,3 Prozent) fiel weniger ins Gewicht. „Wir erleben immer wieder Insolvenzen, weil sich Unternehmer bei den eigenen Ertragserwartungen überschätzt haben“, sagte Nägele.Die Industrie- und Handelskammern vertreten die Interessen von rund 185.000 Betrieben im Land. Hinzu kommen 31.000 Handwerks-Betriebe. Der größte Anteil der Firmen hat weniger als zehn Mitarbeiter.

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