Debatte im Landtag : Unternehmer gegen zusätzlichen Feiertag für SH

Schleswig-Holstein soll einen neuen gesetzlichen Feiertag bekommen.
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Schleswig-Holstein soll einen neuen gesetzlichen Feiertag bekommen.

Die Fraktionen sind sich fast einig, doch der Unternehmensverband Unterelbe Westküste hält die Belastung für „nicht tragbar“.

shz.de von
05. Dezember 2017, 14:55 Uhr

Heide | Der Unternehmensverband Unterelbe Westküste hat die Forderung nach einem zusätzlichen gesetzlichen Feiertag für Norddeutschland zurückgewiesen. „Ein zusätzlicher Feiertag bedeutet für die Unternehmen eine dauerhafte Kostenbelastung, die nicht tragbar ist“, sagte Geschäftsführer Ken Blöcker am Dienstag in Heide. „Der fehlende Gewinn fehlt für Investitionen, für die Schaffung neuer Arbeitsplätze und für die Erfüllung zahlreicher teurer Tarifvertragswünsche der Arbeitnehmer.“

Der Unternehmensverband ist kein Fach-, sondern ein Flächenverband. Er vertritt nach eigenen Angaben insgesamt rund 400 Betriebe mit 36.000 Beschäftigten.

Für die Einführung eines zusätzlichen gesetzlichen Feiertags in Schleswig-Holstein gibt es im Landtag im Grundsatz breite Zustimmung. Aber unter welchen Voraussetzungen und ob es ein kirchlicher Feiertag sein soll, der Tag der Landesverfassung oder der Jahrestag des historischen Matrosenaufstandes von 1918 – da gehen die Meinungen auseinander. Allein die FDP sieht keine Notwendigkeit eines zusätzlichen Feiertags und verweist außerdem auf die Belastungen für die Wirtschaft.

Hintergrund ist, dass Schleswig-Holstein nur neun gesetzliche Feiertage hat, andere Länder wie Bayern aber 13. In diesem Jahr war der Reformationstag (31. Oktober) wegen des Jubiläums 500 Jahre Reformation bundesweit einmalig ein gesetzlicher Feiertag. Das hat der Debatte neuen Schwung verliehen.

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