UV-Nord-Präsident Wachholtz : „Unsere Alarmglocken schrillen“

Uli Wachholtz
Uli Wachholtz

Warum Unternehmensverbände und Gewerkschaften bei Verkehrsfragen an einem Strang ziehen, erklärt der Präsident der Unternehmensverbände Nord, Uli Wachholtz.

shz.de von
19. November 2013, 12:00 Uhr

Gemeinhin gelten Unternehmensverbände und Gewerkschaften als Gegenspieler – was gab den Ausschlag, jetzt gemeinsam aufzutreten?
Wir sind Sozialpartner und tragen für die Unternehmen und ihre Beschäftigten Verantwortung. Gemeinsam haben wir Sorge um den Erhalt von Arbeitsplätzen im Norden. Unsere Alarmglocken schrillen, wenn wir hören, dass Unternehmen nicht mehr in Schleswig-Holstein oder Hamburg, sondern südlich der Elbe investieren wollen.

Wieviel Optimismus nehmen Sie aus den bisherigen Koalitionsverhandlungen für die Verkehrsinfrastruktur im Norden mit?
Wenig, noch. Wir setzen auf Ministerpräsident Albig und auf gemeinsame Lobbyarbeit von Schleswig-Holstein und Hamburg für mehr Mittel. Allerdings müssen die Hausaufgaben in beiden Bundesländern gemacht und beispielsweise Baureife hergestellt werden für die A20 mit wieder mehr qualifiziertem Personal in den Landesstraßenbaubetrieben.

Haben Sie Angst, dass angesichts des sich jetzt zeigenden Sanierungsbedarfs bestehender Infrastruktur kein Geld mehr für neue Verkehrsadern übrigbleibt?
Infrastruktur ist das Fundament für Wachstum und Beschäftigung. Wir müssen das eine tun, ohne das andere zu lassen – Rekordsteuereinnahmen bilden die beste Grundlage.

Hat dieser Schulterschluss das Potenzial abzufärben auf andere gemeinsame Projekte von Unternehmern und Gewerkschaften?
Die Verkehrsallianz ist ein Auftakt, der deutlich macht, dass wir alles in unserer Kraft Stehende unternehmen werden, damit wir verfehlte Politik nicht mit dem wichtigsten Gut, das wir haben, bezahlen, nämlich mit Arbeitsplätzen.

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