Landesweit : Unbefristete Kita-Streiks in SH: Was Eltern wissen müssen

Die Erzieherinnen fordern mehr Geld. In SH sind nicht nur die größeren Städte vom Streik betroffen. In Hamburg trifft er 24.000 Kinder.

shz.de von
08. Mai 2015, 08:11 Uhr

Kiel | Urlaub nehmen, Großeltern fragen, Freunde oder Nachbarn um Hilfe bitten? Darauf müssen jetzt Eltern Antworten finden, die ihre Kinder in einer kommunalen Kita betreuen lassen. Auch in Schleswig-Holstein beginnt am Freitag ein unbefristeter Streik. Die größeren Städte sind besonders betroffen, aber auch kleinere Orte. In Hamburg sind nach Verdi-Angaben 24.000 Kita-Kinder betroffen.

In einer bundesweiten Urabstimmung der Gewerkschaft Verdi hatten sich mehr als 93 Prozent der Mitglieder für den Arbeitskampf ausgesprochen. Die Gewerkschaften hatten Tarifverhandlungen in der vergangenen Woche nach fünf Runden für gescheitert erklärt. Sie verlangen, die Sozial- und Erziehungsberufe mit deutlich höheren Eingruppierungen aufzuwerten. Ihr Argument: Die Anforderungen an die Mitarbeiter seien beträchtlich gestiegen. Nach Angaben der kommunalen Arbeitgeberverbände würde eine Umsetzung der Gewerkschaftsforderungen in Deutschland insgesamt 1,2 Milliarden Euro kosten.

Die Gewerkschaft Verdi geht davon aus, dass in Kiel alle 35 kommunalen Kitas bestreikt werden. In Lübeck, Flensburg und Neumünster könnten es bis zu 10 sein, in Norderstedt und Heide etwas weniger. Auch Bad Oldesloe, Halstenbek, Itzehoe, Rendsburg und weitere Orte sollen betroffen sein. Einige Kitas bieten Notdienste an.

Gute Bildung gebe es nur gegen gute Bezahlung, sagte in Kiel der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn. Er kündigte eine harte Auseinandersetzung an. Heidn bat die Eltern um Verständnis, dass die Beschäftigten nun zum Mittel des Streiks greifen müssten, um ihre legitimen Interessen durchzusetzen. Es gebe aber keine andere Wahl.

Zu einer Demonstration in Kiel erwartet die Gewerkschaft GEW am Freitagvormittag bis zu 500 Teilnehmer. Danach ist eine Kundgebung in der Innenstadt geplant. In Hamburg ist die zentrale Streikkundgebung vor der Geschäftsstelle der Elbkinder-Kitas geplant.

Das sind die Rechte der Eltern:

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