Tarifverhandlungen gescheitert : UK-SH: "Die Weichen stehen auf Streik"

Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein stehen die Weichen auf Streik. Foto: kim
Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein stehen die Weichen auf Streik. Foto: kim

Geplatzte Tarifverhandlungen: Ab dem 15. März droht ein unbefristeter Arbeitskampf am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.

Avatar_shz von
07. März 2008, 05:01 Uhr

"Die Weichen stehen auf Streik", sagte Verdi-Verhandlungsführer Steffen Kühhirt am Donnerstag. Am kommenden Mittwoch werden die Beschäftigten zur Urabstimmung aufgerufen. Von Samstag (15. März) an könne es zum unbefristeten Arbeitskampf kommen, hieß es. Unterdessen warf der Klinikvorstand seinem Verhandlungspartner Wortbruch vor.
Verdi habe sich geweigert, die im Juli 2007 gemeinsam getroffenen Vereinbarungen einzuhalten, sagte Klinikvorstand Bernd Kremer. "Damit wird das Ziel gefährdet, das UK S-H mit eigenen Kräften zu sanieren und in der Trägerschaft des Landes zu halten." Gewerkschaft und der Klinikvorstand verhandeln seit mehreren Monaten über einen Tarifvertrag für die rund 6500 nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter des Klinikums. ver.di fordert 2,9 Prozent mehr Lohn und eine Beschäftigungssicherheit bis 2015. Zudem will die Gewerkschaft die Pläne des Vorstands, nicht der medizinischen Versorgung dienende Bereiche des Klinikums zu privatisieren, verhindern.
"Das ist eine Mogelpackung"
"Von einer echten Privatisierung kann nicht die Rede sein", erklärte dagegen der Vorstand. Die Beteiligung Privater diene vorrangig dem Ziel, externen Sachverstand in das Unternehmen zu holen. Auch bei den Tarifverhandlungen sei ein großes Entgegenkommen signalisiert worden. So sollen alle Beschäftigten die 2,9 Prozent Lohnerhöhung bereits im März erhalten. "Wir sind damit einen großen Schritt auf Verdi zugegangen", sagte Sanierer Carl Hermann Schleifer. Für das UK S-H bedeute dies eine zusätzliche Belastung des Haushaltes für das laufende Jahr um rund 5,9 Millionen Euro. "Dennoch waren wir bereit, diesen Weg zu gehen, um eine Einigung zu erzielen", sagte Schleifer. Zudem verzichte das Klinikum auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2015.
"Das ist eine Mogelpackung und eine Minusrunde für die Beschäftigten", sagte Gewerkschafter Kühhirt im Gegenzug. So würde im Zuge der Lohnerhöhung das Weihnachts- und Urlaubsgeld gestrichen, vermögenswirksame Leistungen reduziert und die Wochenarbeitszeit auf 39 Stunden erhöht. "Die Verhandlungen sind gescheitert, weil der Klinik-Vorstand und die Landesregierung keinen zwingenden politischen Willen zur Einigung haben", sagte Kühhirt.
Das Angebot der Gewerkschaft mit "einer klaren Perspektive für das UK-SH, die Beschäftigten sowie Sanierungsbeiträgen im Volumen von zehn Millionen Euro", war von den Verhandlungspartner abgelehnt worden. "Wer konstruktive Vorschläge so nassforsch vom Tisch fegt, will wohl keine Einigung, sondern ausschließlich die Privatisierung der Klinik vorantreiben", so Kühhirt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen