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Leitartikel zu Wachstumsraten : Tourismus in SH: Was die neuen Zahlen für Folgen haben

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Schleswig-Holstein wird bei Urlaubern immer beliebter. Nicht nur die Politik wird das Gewicht des Tourismus nutzen. Ein Leitartikel von Frank Jung.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2015 | 07:02 Uhr

Urlauber in Schleswig-Holstein: Allzu oft werden sie auf einen Nutzen nur für Hoteliers reduziert. Dabei hält sich kein Tourist nur in seiner Unterkunft auf. Er geht shoppen, kauft  Lebensmittel ein, isst Eis, fährt mal mit dem Taxi. Schon im Vorfeld hat das Handwerk profitiert, weil das Zimmer gerade modernisiert oder ein Appartement-Haus erst gebaut worden ist. Diese Verflechtungen des Tourismus sind Segen und Fluch zugleich. Sie helfen der Wirtschaft im vor Branchen-Vielfalt nicht gerade überbordenden Schleswig-Holstein.

Andererseits erschweren sie es, das tatsächliche Gewicht des Tourismus zu ermitteln. Deshalb war es an der Zeit, genau dies mit aktualisierten Zahlen zu tun, wie sie das Sparkassen-Tourismusbarometer nun vorgestellt hat.

Natürlich hat der Tourismusverband die Berechnungen nicht allein aus Prestige-Gründen in Auftrag gegeben. Die neue Bewusstseinsbildung wird Folgen haben. Touristiker und Politik werden die Zahlen als Argumente nutzen, um alle Profiteure des Feriengewerbes stärker zu dessen Finanzierung heranzuziehen.

Die rechtliche Grundlage dafür hat die  Landesregierung unlängst gelegt: Kommunen haben mehr und leichtere Möglichkeiten, Betriebe aller Branchen zu einer Tourismusabgabe heranzuziehen. Auch Orte ohne touristisches Prädikat wie Erholungsort oder Seebad können sie jetzt einführen. Und auf Landesebene liebäugelt die Tourismusagentur Tash damit, ihr aus Landesmitteln immer noch recht schmal bestücktes Budget mit Geld aus der Privatwirtschaft aufzustocken.

Auch wenn sich die Begeisterung über Zwangsbeiträge bei vielen Betroffenen in Grenzen hält – fair ist eine breitere Verteilung. Umso professioneller kann sich mit mehr Geld das Marketing aufstellen, umso moderner kann sich die Infrastruktur einer Gemeinde für Urlauber entwickeln. Und wenn dadurch mehr Gäste kommen, bleibt bei allen Mit-Finanziers mehr hängen. Wenn sich diese Erkenntnis durch setzt, ist viel für Schleswig-Holsteins Zukunft als Reiseziel gewonnen.

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