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Wichtiger Wachstumsfaktor : Tourismus in SH: Die Schweizer kommen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vor allem ist die Westküste bei den Schweizern beliebt. Trotz steigender Kurve ist die Branche aber nicht zufrieden.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2015 | 20:02 Uhr

Nordrhein-Westfalen sind die Klassiker unter den Urlaubern im Norden – doch Ausländer werden zum wichtigsten Wachstumsfaktor für den Tourismus in Schleswig-Holstein. Um 64 Prozent sind ihre Übernachtungen innerhalb der letzten zehn Jahre gestiegen: von 936.532 im Jahr 2004 auf 1,54 Millionen 2014. Die Zuwachsrate der Inländer hingegen lag im selben Zeitraum nur bei 15 Prozent. „Auch in diesem Sommer hat sich der Aufwärtstrend bei den ausländischen Gästen fortgesetzt“, sagt der Sprecher der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (Tash), Marc Euler.

Die bisherigen amtlichen Zahlen enden im Juni. Auch da bestätigt sich die Tendenz: Während das Übernachtungsaufkommen der Inländer im Vergleich mit dem Vorjahresmonat sogar einbrach (um (3,6 Prozent), legte das der Ausländer um acht Punkte zu.

Den stärksten Boom verzeichnet der Norden bei den Schweizern. Allein von 2013 auf 2014 kletterten die Übernachtungen der Eidgenossen um neun Prozent. Damit hat sich das Alpenvolk innerhalb weniger Jahre hinter Dänen und Schweden auf Rang drei der wichtigsten Nationalitäten vorgeschoben.

Die Westküste steuern die Schweizer fast doppelt so oft an wie die Ostsee. „Sie erleben bei uns die größtmögliche Gegenwelt zu hohen Bergen und engen Tälern“, erklärt Frank Ketter, Geschäftsführer der Nordsee-Tourismus-Service-Gesellschaft (NTS), den Erfolg. Zudem seien die Schweizer besonders naturnah. Ketter beobachtet, dass sie besonders auf den Status des Wattenmeers als Unesco-Welterbe anspringen, den die NTS gezielt in dem Alpenland vermarktet.

Im Zehn-Jahres-Vergleich haben landesweit die Dänen die Schweden vom Spitzenplatz verdrängt. Experten führen dies darauf zurück, dass viele Dänen ohnehin regelmäßig zum Einkaufen oder Werkstatt- und Zahnarztbesuchen nach Schleswig-Holstein kommen, weil dies für sie viel billiger ist. Zunehmend kombinieren sie dies mit ein oder zwei Übernachtungen.

Bei aller Freude über die steigende Kurve ist die Tourismusbranche längst nicht zufrieden. „Wir müssen die Relationen sehen“, unterstreicht Euler. Den 1,54 Millionen Ausländer-Übernachtungen 2014 stehen 24,81 Millionen von Bundesbürgern gegenüber – also etwa 16-mal mehr.

Die Tash sieht „noch einen langen Weg vor uns, wenn wir den Anschluss an den Bundestrend finden wollen“. Deutschlandweit lag das Ausländer-Plus in den allerjüngsten Jahren stets etwa doppelt so hoch wie in Schleswig-Holstein.

Um die Potenziale besser auszuschöpfen, konzipiert die Tash erstmals eine Strategie für ausländische Märkte. Sie soll ab 2016 greifen. Dem sind Marktforschungen in verschiedenen Ländern vorausgegangen. Einzelheiten will die Agentur in der zweiten Septemberhälfte vorstellen.
 

Die zehn wichtigsten Herkunftsländer: (Übernachtungen in Schleswig-Holstein 2014 absolut (in Klammern Veränderung zum Vorjahr in Prozent)

Dänemark 662.679 +10,5
Schweden 224.837 -1,5
Schweiz 114.050 +8,9
Niederlande 83.903 +9,2
Norwegen 77.751 +8,1
Polen 59.668 +40,7
Österreich 57.593 +19,7
Großbritannien 37.206 +2,2
USA 31.838 +9,4
Frankreich 29.025 +7,7

Eine untergeordnete  Rolle spielt im Land  die auf Bundesebene stark wachsende Gruppe der Chinesen. Auf sie entfielen 2014 nur 10.259 Übernachtungen (+0,4 Prozent).

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