zur Navigation springen

Tag der Arbeit : Tausende demonstrieren in Hamburg für Mindestlohn

vom

Mindestlohn, sichere Renten und ein Ende der Sparpolitik in Europa: Tausende Menschen demonstrieren am 1. Mai in für eine soziale Wende - in Hamburg sind es rund 6000.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 01:21 Uhr

Hamburg | Tausende Menschen haben am Tag der Arbeit in Hamburg für die Einführung eines Mindestlohns, auskömmliche Renten und mehr Mitbestimmung demonstriert. Der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, forderte am Mittwoch bei der Mai-Kundgebung des DGB Nord auf dem Fischmarkt einen Politikwechsel, eine wirtschaftliche und soziale Wende in Deutschland und Europa. Außerdem forderte er mehr Steuergerechtigkeit: "Steuerhinterziehung muss künftig härter verfolgt werden, das wissen wir nicht erst seit dem Fall Hoeneß." Die von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück vorgeschlagene Steuer-Taskforce wäre ein Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit. Rund 6000 Menschen waren nach Gewerkschaftsangaben zum Fischmarkt gekommen.
Das Motto der diesjährigen bundesweiten DGB-Kundgebungen am 1. Mai lautete "Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa". Nach Ansicht der Gewerkschaft sollte ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro eingeführt werden. Unter den Demonstranten war auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD).

"Unglaublicher Reichtum und erschütternde Armut"


Hamburgs DGB-Vorsitzender Uwe Grund betonte, Steuerbetrügerei sei nicht auf Einzelfälle beschränkt. "Sie ist zur klassischen Oberschichtenkriminalität geworden." Wer als Hartz-IV-Empfänger Termine beim Jobcenter vermassele, werde empfindlich bestraft, "Steuerflüchtlinge werden dagegen über das Vehikel Selbstanzeige für ihre dreisten Vergehen quasi noch belohnt! Wir machen mobil gegen solche himmelschreienden Ungerechtigkeiten." In Hamburg liege "sagenhafter, unglaublicher Reichtum" nur wenige hundert Meter von erschütternder Armut entfernt. "Und diese Kluft zwischen ganz reich und bitterarm wird immer größer."
Vassiliadis forderte außerdem ein NPD-Verbot, das längst überfällig sei. Er erinnerte daran, dass vor 80 Jahren, am 2. Mai 1933, die Nationalsozialisten die Gewerkschaftsbewegung zerschlugen. "Dieser Gedenktag ist uns Mahnung und Verpflichtung zugleich!" Die Lehre daraus sei, sich gegen jedes rechtsextreme Denken und Tun zu wenden.
Im Anschluss an die Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes wollten am Fischmarkt Gewerkschafter und Kirchenvertreter über das Kirchentags-Motto "Soviel Du brauchst" diskutieren. Als Teilnehmer waren unter anderen Bürgermeister Scholz, der frühere Bundesminister Heiner Geißler (CDU), Hamburgs Bischöfin Kirsten Fehrs und Kirchentagspräsident Gerhard Robbers eingeladen. Das Christentreffen wird am Abend mit vier großen Open-Air-Gottesdiensten eröffnet.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen