90.000 Beschäftigte : Tarifverhandlungen für Einzelhandel gestartet

Um sechs Prozent sollen die Löhne im Einzelhandel steigen. So will es die Gewerkschaft Verdi. Die Arbeitgeber bieten 1,5 Prozent.

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03. Mai 2011, 08:36 Uhr

Neumünster | Die Tarifverhandlungen im schleswig-holsteinischen Einzelhandel haben in Neumünster begonnen - mit großen Differenzen zwischen Gewerkschaftsforderungen und Arbeitgeber-Angebot. Die Gewerkschaft Verdi verlangt für die 90.000 Beschäftigten der Branche eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent, mindestens aber um 120 Euro im Monat. Außerdem sollen Festangestellte und Leiharbeitnehmer künftig gleich bezahlt werden. Die Arbeitgeberseite wies die Forderungen zurück und legte ein Angebot von 1,5 Prozent vor, das aus Verdi-Sicht völlig unzureichend ist.
Die Gewerkschaftsforderungen laufen nach Einschätzung des Einzelhandelsverbandes auf Entgeltsteigerungen von bis zu zehn Prozent hinaus. "Selbst die Grundforderung von sechs Prozent ist weder nachvollziehbar noch wirtschaftlich vertretbar", sagte Hauptgeschäftsführer Dierk Böckenholt.
Die Einzelhändler hätten mit höheren Umsätzen von der anziehenden Konjunktur profitiert, sagte die stellvertretende Landesleiterin von Verdi-Nord, Conny Töpfer. Arbeitgeber-Verhandlungsführer Carsten Koch argumentierte dagegen, real habe sich der Umsatz nur um ein Prozent erhöht; hinzu kämen die Lohnerhöhungen von 2009 und 2010. "Unter Berücksichtigung der aktuellen Preissteigerungsrate wird deutlich, dass es eigentlich keinen Verteilungsspielraum gibt." Die Arbeitgeber seien aber an einem zügigen Erfolg der Tarifrunde interessiert. Am 30. Mai soll weiterverhandelt werden.
(lno, shz)

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