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Urlaub in Schleswig-Holstein : Super-Sommer kann Abwärts-Trend nicht stoppen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind die Gästezahlen in Schleswig-Holstein extrem niedrig ausgefallen. Die Monate Juli und August sorgten für Aufwind - allerdings nicht so stark, wie er nötig wäre.

Wie stark der Andrang im Hochsommer war, zeigt etwa der Verkauf von Tageskurkarten in St. Peter-Ording: Bis Ende August hat das Nordseebad daraus 900.000 Euro eingenommen. Im Vorjahr waren es 819.000 Euro. An Einnahmen aus der Strandkorbvermietung kamen bisher 320.000 statt 281.000 Euro zusammen. Ähnlich das Bild in Timmendorfer Strand: Für 400.000 Euro hat die Gemeinde bisher Tageskurkarten verkauft. 2012 lag der Umsatz bis Ende August nur bei 260.000 Euro. Auch bei den Übernachtungen vermeldet Tourismusdirektor Joachim Nitz „ein leichtes Plus“. Die Ostseefjord-Schlei-GmbH verzeichnet sogar einen Schub um zehn Prozent im Juli und 16 Prozent im August. Für Geschäftsführer Max Triphaus zeigt dies, dass die meist kurzfristigen Buchungen in ländlichen Regionen noch wetterabhängiger ist als in den Tourismus-Hochburgen. Katja Lauritzen, Chefin des Ostsee-Holstein-Tourismus, weiß jedoch: „Die guten sechs Wochen in der absoluten Hochsaison bedeuten keine Trendumkehr.“ Nur wenn die nächsten acht Wochen gut würden, reiche es am Jahresende für eine „Schwarze Null“.

„Nach schwachem Start gab es einen furiosen Sommer – aber es gibt wirklich viel aufzuholen“, sagt Peter Douven, Tourismusdirektor in Westerland. Für Juli und August schätzt er einen Übernachtungs-Zuwachs von fünf Prozent. Allerdings fuhr Sylt 2012 ein Minus von drei Prozent ein. Umso kritischer die „auffällig schwache Vorsaison“ 2013. Föhr registrierte bis Ende Juni Einbrüche im zweistelligen Prozentbereich.

Abschreckend wirkt nach Ansicht vieler Tourismus-Fachleute die schlechte Verkehrsanbindung. Das erschöpft sich für die nächsten Jahre längst nicht in der Rader Hochbrücke. Durch den im nächsten Jahr beginnenden sechsspurigen Ausbau der A7 zwischen Hamburg und dem Bordesholmer Dreieck werde die Erreichbarkeit der meisten Urlaubsgebiete in Schleswig-Holstein deutlich erschwert, sagt Constanze Höfinghoff vom Nordseetourismus-Service. Bei immer kürzerer Aufenthaltsdauer würden die Gäste vermehrt abwägen, ob eine verlängerte Anreise im Verhältnis zum Urlaub stehe. So titelt die Reisebüro-Fachzeitschrift „Touristik Aktuell“ mit Blick auf die A7-Baustelle lapidar: „Nordsee-Urlauber stehen 2014 im Stau“. Höfinghoff: „Ich möchte nicht wissen, in welchen Kanälen da noch was erzählt wird.“

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erstellt am 09.Sep.2013 | 00:37 Uhr

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