Stollwerck : Süße Verführung aus Norderstedt

Ob Schokoherzen, mit Dessertcreme gefüllte Schokotöpfchen oder andere Pralinen - Werksleiter Ralf Schlusnus hat jahrzehntelange Erfahrung in der Lebensmittelbranche. Foto: Ruff
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Ob Schokoherzen, mit Dessertcreme gefüllte Schokotöpfchen oder andere Pralinen - Werksleiter Ralf Schlusnus hat jahrzehntelange Erfahrung in der Lebensmittelbranche. Foto: Ruff

Der Schokoladen-Konzern Stollwerck hat sein Werk nahe Hamburg zum führenden Standort für die Pralinenproduktion in Deutschland gemacht.

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08. Mai 2012, 10:36 Uhr

Norderstedt | Ralf Schlusnus kommt nicht dran vorbei. Geht der 48-Jährige in den Supermarkt, dann packt er zielstrebig Brot, Wurst und Käse in den Einkaufswagen, damit ihm dann genügend Zeit für die Süßwaren-Abteilung bleibt - für die Schokolade und die Pralinen. "Dann mache ich ein bisschen Marktforschung, gucke, was die Wettbewerber im Sortiment haben", sagt Schlusnus. Und mit einem Lächeln fügt er hinzu: "Und wenn es nötig ist, ordne ich auch ein bisschen die Regale, in denen unsere Marken liegen."
Sein Job ist das eigentlich nicht. Schlusnus ist Leiter des Stollwerck-Werkes in Norderstedt. Dort wird unter anderem ein Großteil der Pralinen der Marken Alpia und Sarotti produziert.
Schichtarbeit für 400 Mitarbeiter
Zu den Klassikern gehören Herzkirschen. Mengenmäßig bestimmt die Herstellung von Handelsmarken für Supermärkte das Geschäft. Das Werk, das 400 Mitarbeiter beschäftigt, verlassen etwa 12.000 Tonnen Fertigwaren im Jahr. Norderstedt ist für das Unternehmen der Standort Nummer eins für die Pralinenproduktion in Deutschland. "Und wir wollen die Pralinenkompetenz hier weiter ausbauen", sagt Schlusnus.
In der Werkshalle wird derweil an einer Fertigungsstrecke Schokolade in Herzformen gegossen. An einer anderen Produktionslinie greifen die Saugnäpfe von Verpackungsrobotern nach einzelnen Cocktail-Pralinen und sortieren diese automatisch in Verpackungen ein.
15.000 Packungen pro Schicht
Kameras machen es möglich, dass die Maschinen die Formen der einzelnen Stücke erkennen und passgenau hineinlegen. Sie schaffen etwa 15.000 Packungen pro Schicht. Bevor da jedoch der Deckel drauf kommt, wirft Rilvonete Martins-Forster einen kritischen Blick drauf. Sind auch wirklich alle richtig einsortiert? Und vor allem: Liegt von jeder Sorte die gewünschte Menge Pralinen darin? Ist das nicht der Fall, greift sie ein.
Ralf Schlusnus hält etwas weiter abseits so ein Schokoladenstückchen zwischen den Fingern und betrachtet es aufmerksam, bevor es in seinem Mund verschwindet. Probieren ist erlaubt. Für alle. Jeden Tag aufs Neue. Aber nicht direkt an den Produktionslinien, es gibt dafür in der Halle extra eingerichtete Verkostungsstellen. Schlusnus schafft etwa 150 Gramm Süßes am Tag. "Schokolade ist verführerisch und macht glücklich", sagt er und wirkt sehr überzeugend. Aber natürlich ist es für den Fachmann auch eine Qualitätskontrolle.
Werk produziert hauptsächlich für deutschen Markt
Und Schlusnus weiß, was Qualität bedeutet. Er ist gelernter Bäcker, gelernter Konditor, gelernter Koch, hat seinen Industrie-Meister in der Fachrichtung Lebensmitteltechnik gemacht, ist Diplom-Betriebswirt. Er hat jahrzehntelange Erfahrung in der Lebensmittelbranche.
Die Cocktail-Pralinen gehören mit zu den neuesten Kreationen von Stollwerck. Ebenso wie kleine, mit einer Art Dessertcreme gefüllte Schokoladentöpfchen. Dabei produziert das Werk in Norderstedt hauptsächlich für den deutschen Markt sowie Belgien, die Niederlande und Luxemburg. Aber auch andere europäische Länder und auch andere Kontinente werden von Schleswig-Holstein aus beliefert. Der Konzernumsatz lag im Geschäftsjahr 2010-2011 bei etwa 630 Millionen Euro. Produktion und Absatz sind in jüngster Zeit weiter gestiegen. Aber auch die Rohstoffkosten nehmen kontinuierlich zu. Schlusnus: "Wir betrachten die Entwicklung sehr genau, und es ist nicht immer einfach, die durch die gestiegenen Kosten notwendigen Preiserhöhungen an den Handel weiterzugeben."

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