HDW : Streit um U-Boote für Griechenland beigelegt

Die griechische Marine erhält weitere U-Boote der Kieler Werft HDW und will sie auch bezahlen. Damit scheint ein jahrelanger Streit beigelegt.

shz.de von
20. März 2010, 04:59 Uhr

Der jahrelange Streit um deutsche U-Boote für die griechische Marine ist im Grundsatz beigelegt. In mehrtägigen harten Verhandlungen sei ein "Lösungspaket" vereinbart worden, hatte das griechische Verteidigungsministerium am Donnerstag mitgeteilt. ThyssenKrupp als Mutter der betroffenen Kieler HDW-Werft bestätigte eine entsprechende Vereinbarung am Freitag. Das sei ein erster Schritt, sagte eine Sprecherin des Unternehmens.
Das Paket sehe vor, dass die Griechen ein angeblich problematisches U-Boot des Typs 214 mit dem Namen "Papanikolis" doch noch übernehmen. Zudem sollen drei weitere U-Boote vom Typ 214 vollendet werden und an Griechenland gehen. Statt der Modernisierung von alten U-Booten des Typs 209 sollen die Griechen zusätzlich zwei weitere 214-U-Boote erhalten. Darauf hätten sich das griechische Verteidigungsministerium und ThyssenKrupp geeinigt, bestätigte das Unternehmen.
Vertragsunterzeichnung kommende Woche
Die Verträge sollten in der kommenden Woche unterzeichnet werden, berichtete der staatliche griechische Rundfunk. ThyssenKrupp hatte die ausstehenden Zahlungen an die Tochtergesellschaft Hellenic Shipyards (HSY, Athen) auf mehr als 520 Millionen Euro beziffert.
Der Streit ging zunächst um den Bau von vier U-Booten im Wert von 2,85 Milliarden Euro. Die Griechen hatten im Jahr 2000 im Voraus fast 80 Prozent des Betrages für den Bau der Boote des Typs 214 gezahlt (2,033 Milliarden Euro). Später bemängelten sie die Qualität des Prototyps. Der U-Boot-Typ wurde bei HDW in Kiel entwickelt, wo das erste Schiff "Papanikolis" wegen des Streits immer noch liegt. Die zum Werftenverbund ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) gehörende HDW hatte die U-Boot-Verträge mit Griechenland deshalb im vergangenen September zunächst gekündigt.
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) hatte am Donnerstag im "Handelsblatt" gefordert, EU-Finanzhilfen für Griechenland von einer Begleichung der griechischen Schulden bei deutschen Werften abhängig zu machen. Dafür solle Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem bevorstehenden EU-Frühjahrsgipfel sorgen.

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