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Kiel und Lübeck : Streik am UKSH: Das müssen Sie wissen

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An den UKSH-Standorten soll es heute keinen regulären Betrieb geben. Verdi hat die nicht-wissenschaftlichen Mitarbeiter zum Streik aufgefordert. Worum geht es konkret? Diese und weitere Fragen beantwortet shz.de.

Wer streikt heute?

Mehrere hundert Mitarbeiter des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) legten am Dienstag ihre Arbeit nieder. Streiken sollen alle, die nicht als Mediziner im Krankenhaus arbeiten, wie Pflegekräfte und Küchenpersonal. Seit heute früh hat die Gewerkschaft Verdi die rund 6000 nichtwissenschaftlichen Beschäftigten an den beiden Standorten Kiel und Lübeck zu einem eintägigen Streik aufgerufen. „Etwa 200 Streikende sind am Morgen zum Kieler Gewerkschaftshaus zu einem Streikfrühstück gekommen“, sagte eine Verdi-Sprecherin. Etwa 200 weitere Streikende wurden bis zum späten Vormittag aus Lübeck erwartet. Ein Demonstrationszug mit 700 Teilnehmern machte sich am Mittag auf den Weg zum Landeshaus. Dort fand eine Protestkundgebung statt, bei der Gewerkschaftsvertreter sprachen. Der Streik und der Protestzug steht unter dem Motto „Wir schäumen vor Wut“.

Worum geht es beim Streik?

Hintergrund ist der Tarifstreit, der Ende Juli eskalierte. Die Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi hatte Mitte Juli das Scheitern der Tarifverhandlungen für die rund 6000 nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein erklärt. Vergangene Woche brachte dann der Aufsichtsrat die Rückkehr des UKSH in den Flächentarifvertrag der Länder auf den Weg.

Was bedeutet der Streik für die Patienten?

Patienten müssten laut Verdi mit längeren Wartezeiten rechnen, möglicherweise würden auch geplante, aber nicht so dringliche Operationen verschoben. Risiken für Patienten gebe es aber nicht, es sei eine Notdienstvereinbarung zwischen Verdi und dem UKSH getroffen worden. Kliniksprecher Oliver Grieve sagte am Vormittag: „Wir haben die medizinische Versorgung im Griff.“ Einen exakten Überblick, ob es zu Wartezeiten komme oder Operationen verschoben würden, habe er noch nicht.

Worüber ist die Gewerkschaft besonders verärgert?

Verdi ist empört, dass das UKSH und die Landesregierung ohne Rücksprache den Wiedereintritt des UKSH in die Tarifgemeinschaft der Länder am Donnerstag vollziehen will. Die Gewerkschaft wirft der Landesregierung vor, sich in die Tarifautonomie eingemischt zu haben.

Was bedeutet die Übernahme des Flächentarifvertrags der Länder?

Mit Übernahme des Flächentarifvertrags der Länder bekämen die UKSH-Angestellten laut Finanzministerium rückwirkend zum 1. Juli durchschnittlich 1,86 Prozent mehr Geld und einen Urlaubstag mehr. Künftige Tarifabschlüsse der Länder würden automatisch übernommen.

Wie lauten die Forderungen der Gewerkschaft?

Die Gewerkschaft fordert höhere Löhne als im Tarifvertrag der Länder vorgesehen und die Aufnahme des UKSH in den besseren Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) von Bund und Kommunen. Dieser ist momentan höher als der Abschluss für die Länder. Dazu gehören drei Prozent mehr Gehalt, mehr Geld für Azubis und eine mehrjährige Beschäftigungssicherung für bedrohte Bereiche.

Welchen Vertrag hatten die Mitarbeiter bisher?

Die Mitarbeiter hatten einen Haustarifvertrag. Diesen hatte Verdi gekündigt. Das UKSH hatte 2004 mit Austritt aus dem Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein die Tarifgemeinschaft der Länder verlassen.

Was hätte die Aufnahme des UKSH in den Tarifvertrag öffentlicher Dienst bedeutet?

Mit dem von der Gewerkschaft geforderten Anschluss an den Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVöD) von Bund und Kommunen hätte das Land keinerlei Einfluss auf künftige Verhandlungen.

(mit dpa-Material)

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erstellt am 05.Aug.2014 | 12:39 Uhr

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