Meierei in Ostangeln : Stimmrecht nach der Zahl der Kühe

Nur noch Erinnerung: Die alte Meierei wurde zur Schlosserei. Foto: kube
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Nur noch Erinnerung: Die alte Meierei wurde zur Schlosserei. Foto: kube

Die Geschichte der "Freien Meiereigenossenschaft Esgrusschauby" geht bis in das 19. Jahrhundert zurück.

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02. August 2011, 10:55 Uhr

Esgrus | Esgrusschauby liegt im Kirchspiel Esgrus, im Osten der Landschaft Angeln. Am 1. April 1887 wurde die "Freie Meiereigenossenschaft Esgrusschauby" von 25 Landwirten aus den Gemeinden Esgrusschauby, Atzbüll, Esgrus, Ellgaard und Tollschlag gegründet.
In den fast 85 Jahren ihres Bestehens gab es nur 5 Vorstandsvorsitzende und 3 Betriebsleiter. Am längsten war der Betriebsleiter Ernst Lorenzen von 1926 bis 1968 (42 Jahre) im Dienst der Meierei.
Während nach der Satzung zunächst nur die "Interessenten", die Mitglieder der Genossenschaft, eine Stimmrecht entsprechend der Kuhzahl hatten, wurde dieses bereits 1890 für alle Lieferanten eingeführt. Zur Gründungszeit hatten die Bauern insgesamt etwa 400 Kühe. Ab 1891 wurde die Milch nach Gewicht bezahlt. Seit 1897, nach dem Kauf eines ein Apparates zur Milchfettbestimmung, konnte die Milch auch nach dem Fettgehalt und dem Gewicht bezahlt werden.
Im Jahr 1940 erfolgte die Umbenennung der Meierei in "Meiereigenossenschaft Esgrusschauby e.G.m.b.H." Im Jahre 1953 wurde ein neues Butterfass aus Stahl sowie eine vollautomatische Butterform- und Packmaschine angeschafft. Ab 1956 wurde als weiteres Kriterium die Qualität der Milch zur Bezahlung herangezogen. Durch die Aufnahme der Landwirte von der Meierei Grünholz 1959 erweiterte sich das Einzugsgebiet. In diesem Zusammenhang erhielt die Meierei einen Erweiterungsbau und eine Ölfeuerungsanlage, neue Maschinen im Betriebsraum, die der Leistung der neuen Zentrifuge mit einer Stundenleistung von 5000 Liter Milch angepasst waren, und es wurde eine Eiswasserkühlanlage installiert.
1962 hatten sich 19 weitere Landwirte der Meiereigenossenschaft angeschlossen. 1967 hat die Meierei in Rügge die Tore geschlossen. Deren Landwirte sind im Rahmen der Fusion ebenfalls nach Esgrusschauby gegangen. Die Milchverarbeitung war dadurch auf ca. 4,0 Millionen Kilo pro Jahr gestiegen.Aber die Fusionen zu dieser Zeit machten auch vor der Meierei Esgrusschauby nicht halt. In der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 8. Juli 1971 wurde die Fusion mit der Zentralmeierei Kappeln zum 1. August 1971 beschlossen. Das Meiereigebäude kaufte der Dorfschmied Helmut Nielsen.
(shz)

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