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Drastische Zunahme : Steuersünder: Mehr Selbstanzeigen im Norden

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CD-Ankäufe, zunehmender Datenaustausch zwischen den Staaten oder das gescheiterte Steuerabkommen mit der Schweiz: Monika Heinold (Grüne) sieht viele Gründe beim Zuwachs der Selbstanzeigen.

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erstellt am 13.Apr.2014 | 09:22 Uhr

Kiel | Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern hat sich in Schleswig-Holstein im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. In den ersten drei Monaten gingen nach Angaben des Finanzministeriums 196 Anzeigen ein, nach 66 im gleichen Zeitraum 2013.

Von Januar bis März wurden Kapitaleinnahmen in Höhe von rund 23 Millionen Euro und Vermögen in Höhe von sieben Millionen nacherklärt. Im ersten Quartal 2013 waren es acht und 4,5 Millionen. Die geschätzten Mehrsteuern und eingegangenen Geldbeträge addierten sich im ersten Quartal 2014 auf rund zehn Millionen Euro (2013: sieben Millionen).

„CD-Ankäufe, der zunehmende Datenaustausch zwischen den Staaten, das gescheiterte Steuerabkommen mit der Schweiz, die Weißgeldstrategie der Schweizer Banken und vieles mehr - für Steuerstraftäter wird es immer enger“, sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). Mehr denn je müsse heute jedem klar sein, dass Steuerhinterziehung auf Dauer nicht folgenlos bleibe. „Deshalb ist es auch richtig, dass sich Bund und Länder einig sind, die strafbefreiende Selbstanzeige zu verschärfen“, sagte Heinold. Wer glaube, sich weiter auf Kosten der Gemeinschaft bereichern zu können, der irre. „Ungestraft wieder in die Legalität zurückkehren zu können, wird spürbar teurer, und das ist auch gut so.“ 

Auch in Hamburg ist die Zahl reuiger Steuerhinterzieher im ersten Quartal 2014 deutlich höher als im Vorjahresvergleich. Rund 300 Selbstanzeigen liegen bereits vor. 2013 waren es nach immerhin fünf Monaten nur etwa halb so viele, wie die Finanzbehörde auf dpa-Anfrage mitteilte.

Insgesamt zeigten sich im vergangenen Jahr 637 Steuersünder selbst an. Seit Beginn der Zählungen 2010 bis Ende März dieses Jahres wurden insgesamt Kapitalerträge in Höhe von knapp 600 Millionen Euro nachgemeldet.

Die Finanzminister der Länder hatten sich Ende März in Berlin darauf verständigt, die Regeln für die umstrittene strafbefreiende Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung nochmals deutlich zu verschärfen. Angesichts der geplanten Verschärfungen meldeten Finanzämter zuletzt einen deutlichen Anstieg der Selbstanzeigen reuiger Steuerbetrüger. Auslöser für die Debatte war unter anderem der Steuerbetrugs-Fall des früheren FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß.

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