Hafen Kiel : Start in die Kreuzfahrt-Saison: Luxus-Fähren stärken die Branche

Gastronomie auf Kreuzfahrt-Niveau  und mit Meeresblick bieten die 'Fantasy' und 'Magic' der Color Line. Foto: Color Line
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Gastronomie auf Kreuzfahrt-Niveau und mit Meeresblick bieten die "Fantasy" und "Magic" der Color Line. Foto: Color Line

Der Seehafen Kiel erwartet 128 Anläufe und mehr als 350.000 Passagiere. Fährschiffe mit Kreuzfahrt-Ambiente werden immer beliebter. Kommt ein drittes Color-Line-Schiff?

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20. März 2013, 10:10 Uhr

Kiel | Knapp 1,5 Millionen Passagiere und damit klar Deutschlands Kreuzfahrthafen Nummer eins. Zu schön, um wahr zu sein. Und dennoch gibt es für diese Kieler Zahlen einen realen Hintergrund. Denn rechnet man zu den 350.000 Reisenden auf den Kreuzfahrtschiffen die 1.115.000 Passagiere der beiden Color Line-Schiffe "Fantasy" und "Magic" hinzu, kommen unterm Strich für die Landeshauptstadt für 2012 drei Mal so viele Cruise-Passagiere wie im beliebtesten deutschen Kreuzfahrthafen Hamburg heraus. "An sich sind die Color-Line-Fähren hochwertige Kreuzfahrtschiffe, dennoch können ihre Passagiere für die Statistik nicht mit gerechnet werden", sagt Ulf Jahnke, Sprecher des Kieler Seehafens. Auch nicht 2013. In der bevorstehenden Saison werden 128 Kreuzfahrt-Anläufe erwartet. "Bei den Passagierzahlen rechnen wir mit einem Plus von fünf Prozent, weil häufiger große Schiffe kommen", sagt Jahnke.

Die "Fantasy" und die "Magic" nehmen das ganze Jahr über Kurs auf Kiel. "Trotz des erfolgreichen Frachtgeschäfts liegt unser Fokus klar auf den Passagieren", sagt Jörg Rudolph, seit 2009 Geschäftsführer der Color Line. Seitdem stieg die Auslastung der Schiffe von 57 auf fast 90 Prozent. Mit 62.000 Reisenden und einem Buchungsplus von 30 Prozent hat sich das Unternehmen im Vorjahr zudem zum größten Norwegen-Reiseanbieter Deutschlands entwickelt - 550 Hotels und Hütten stehen zur Wahl. Für 2013 wird ein Zuwachs von 15 Prozent erwartet. Obwohl die Luxusfähren erst vier und sechs Jahre alt sind, sollen 60 Millionen Euro in ihre Aufwertung investiert werden. Offiziell wird das Unternehmen diese Zahlen bei der Nationalen Maritimen Konferenz Anfang April in Kiel bekannt geben.

"Im Sommer kein freies Bett an Bord"

"Im Sommer haben wir kein freies Bett an Bord", sagt Rudolph. "Für Fähren ist die Auslastung der Color-Schiffe extrem hoch", bestätigt Ulf Jahnke. Dies bietet Nährboden für Spekulationen über ein drittes Schiff. "Das ist derzeit nicht geplant - das würden wir logistisch nicht hinbekommen", sagt Rudolph. "Auch für ein drittes Schiff finden wir in Kiel einen Platz", sagt Ulf Jahnke - mit Blick auf den gerade entstehenden Kreuzfahrt-Terminal am Ostuferhafen.

Shopping-Malls, Spa-Oasen, eigene Bühnenshows, gehobene, mit Sterneköchen bestückte Gastronomie - das hört sich tatsächlich nicht nach Fährschiff an. "Zudem bieten wir europaweit den größten Konferenzraum auf See, ein komplettes Deck, der größte Tagungsraum hat 500 Plätze", sagt Color Line-Sprecherin Jana Lüth. Wegen starker Nachfrage sollen Reisen rund um die Themen Kultur, Wellness und Kulinarik weiter ausgebaut werden.

Auch wenn die "Fantasy" und die "Magic" offiziell Fährschiffe sind, stärken sie die Cruise-Branche in Kiel. "Unsere Mini-Kreuzfahrten sind für viele Gäste die Motivation, längere Kreuzfahrten zu buchen", sagt Rudolph.

Color Line beschäftigt insgesamt 3700 Mitarbeiter, in Kiel 250. Die deutschen Passagiere auf der Kiel-Oslo-Route sorgten 2012 für einen Umsatz von 120 Millionen Euro. Auf der Route fuhren 1115000 Passagiere, bei der Color Line gesamt 4,3 Millionen, der Gesamt-Umsatz des Unternehmens beträgt 620 Millionen Euro. Von Kiel aus wird der nordeuropäische und britische Markt gesteuert.

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