Ex-Chef der HSH Nordbank : Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Nonnenmacher ein

Kieler Ermittler: Vorwurf der falschen Verdächtigung gegen früheren Vorstandskollegen lässt sich nicht beweisen.

shz.de von
13. Januar 2015, 10:15 Uhr

Kiel | Die Staatsanwaltschaft Kiel hat ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, eingestellt. Das teilte die Ermittlungsbehörde am Dienstagmorgen mit.

Bei dem Verfahren ging es um den Vorwurf der falschen Verdächtigung. Laut Paragraph 164 Strafgesetzbuch wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer einen anderen wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat verdächtigt.

Im konkreten Fall ging es darum, dass Nonnenmacher seinen damaligen Vorstandskollegen Frank Roth wegen Geheimnisverrats angezeigt und dabei eine fingierte Beweislage geschaffen haben soll. Laut Staatsanwaltschaft Kiel ließ sich „nicht belastbar beweisen, dass Professor Nonnenmacher um die Unrichtigkeit der mit der Anzeige erhobenen Vorwürfe wusste“. Nonnenmachers Verteidiger Gerald Goecke sagte am Dienstag, die Staatsanwaltschaft habe einen Tatverdacht gegen seinen Mandanten in jedem relevanten Punkt verneint.

Roth war 2009 fristlos gekündigt worden. Begründung war, dass Roth Interna der Bank an die Presse weitergeleitet habe. Das stellte sich hinterher als falsch heraus, die angeblichen Beweise in Form von markierten Vorstandsunterlagen waren fingiert. Die Bank musste Roth rehabilitieren, er erhielt als Entschädigung eine Millionensumme. Roth beklagte sich 2009, Nonnenmacher habe ihn unbedingt loswerden wollen.

Damit hat sich für Nonnenmacher eine weitere juristische Baustelle erledigt. In einem der spektakulärsten Prozesse der deutschen Wirtschaftsgeschichte war Nonnenmacher im vergangenen Sommer vom Vorwurf der Untreue im besonders schweren Fall freigesprochen worden.

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