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Preisvergleich : Spritpreise in SH: Wer abends tankt, spart gewaltig

vom
Aus der Onlineredaktion

Mit dem Einbruch der Dunkelheit sinken die Preise. shz.de hat sieben Tankstellen in Schleswig-Holstein beobachtet.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Flensburg/Hamburg | Morgens liegt der Literpreis für Dieselkraftstoff knapp unter der 1,40 Euro-Marke. 1,389 oder auch 1,379, wie am Freitag in fast allen Teilen Schleswig-Holsteins. Der Preis hält sich in der Regel bis zum späten Vormittag. Dann geht es abwärts. 1,349 am frühen Nachmittag, 1,329 zur Kaffeezeit gegen 16 Uhr. Dann – wenn der Feierabendverkehr beginnt und die Tankstellen auf die Umsatzpistole drücken – wird weiter an der Preisschraube gedreht.

shz.de hat die Spritpreise über zwei Tage beobachtet. Morgens um 9 Uhr und abends um 18.30 Uhr wurden sieben Tankstellen in Schleswig-Holstein beobachtet. Das ist das Ergebnis:

Von Nord nach Süd, von Ost nach West, überall zeigt sich das gleiche Bild: Wer abends tankt, spart Geld. Freitagabend sank der Dieselpreis bis auf 1,289 in Flensburg und bis auf 1,239 in Pinneberg. Die Preisspanne ergab in Flensburg am Donnerstag zehn Cent, am Freitag waren es sieben Cent. Auch der Preis für Superkraftstoff gibt im Verlauf des Tages bis zu zehn Cent nach. Nur auf Sylt blieb der Preis von morgens bis abends konstant.

Dass es sich nicht um eine kurzfristige Erscheinung handelt, bestätigt der Allgemeine Deutsche Automobil-Club. Eine Studie des ADAC ergab, dass Autofahrer abends zwischen 18 und 19 Uhr am günstigsten tanken können. Die Auswertung der Kraftstoffpreise aller Tankstellen über drei Monate zeigt, dass die täglichen Preiskurven – sowohl bei Benzin als auch bei Diesel – einen sehr regelmäßigen Verlauf aufweisen. Beide Kraftstoffsorten sind laut ADAC stets in den Nachtstunden zwischen 0 Uhr und 5 Uhr am teuersten. Erst ab dem frühen Morgen bröckeln die Preise langsam und gleichmäßig ab, bis sie zwischen 18 und 19 Uhr ihren Tagestiefststand erreicht haben. Nach 19 Uhr klettern die Spritpreise dann steil und schnell an, bis sie gegen Mitternacht wieder auf ihrem hohen nächtlichen Niveau angelangt sind. Autofahrer, die zur günstigsten Zeit tanken, können somit bei einer 40-Liter-Tankfüllung im Vergleich zum teuersten Zeitpunkt deutlich mehr als drei Euro sparen.

Was sind die Hintergründe?

Der Sinkflug am Ölmarkt setzt sich fort und beschleunigt sich gar. Die weltweiten kriegerischen Auseinandersetzungen wirken sich überraschend nicht auf die Ölpreise aus, dies war in der Vergangenheit zumeist anders.

Während die europäische Sorte Brent erstmals seit langem unter die Marke von 90 Dollar fiel, kostet amerikanisches Rohöl so wenig wie zuletzt Mitte 2012. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kostete am Freitag im frühen Handel 88,48 US-Dollar. Das waren 1,57 Dollar weniger als am Vortag.

Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 1,89 Dollar auf 83,88 Dollar. Der Preis für Brent-Rohöl liegt nun so tief wie seit Ende 2010 nicht mehr. Die Gründe für die Talfahrt: Das Angebot an Rohöl ist hoch, insbesondere in den USA und beim Ölkartell Opec. Auf der anderen Seite ist die Nachfrage nicht stark – und sie droht sich weiter abzuschwächen. Denn die Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft trüben sich zusehends ein.

Die Nervosität im Mineralölhandel ist riesengroß. Hamburger Importeure wissen nicht so recht, ob sie ihre Lagertanks füllen sollen oder nicht. Sie tun es derzeit nicht und beliefern Tankstellen oder auch Heizölkunden per Streckengeschäfte direkt ab Raffinerie Hemmingstedt oder direkt vom Lager aus. Nur keine großen Mengen bevorraten, heißt es in den Chefetagen des Ölhandels. Was unterstreicht, dass mit weiter fallenden Notierungen gerechnet wird. Wie weit es noch abwärts gehen könnte, darüber spekuliert auch die Fachwelt. Einig ist man sich nur darüber, dass die Preise nicht morgen und auch nicht übermorgen steigen werden. Und wohl auch nicht in einer Woche.

Ausgeschlossen wird jedoch ein weiterer kräftiger Preisverfall bei den Endprodukten Diesel und Superkraftstoff. Ein Dieselpreis in Richtung oder unter der 1,20-Grenze oder auch bei Super in Nähe der 1,30 sei so gut wie ausgeschlossen, heißt es. Solche Sprünge werden verhindert, indem die Preise über Nacht drastisch angehoben werden.

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