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Handwerk : Sonderkonjunktur nach dem Herbststurm

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gute Auftragslage beim Handwerk / Vor allem nördlich des Kanals stehen die Betriebe ausgezeichnet da

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2014 | 15:45 Uhr

Traditionell gilt das erste Quartal für das Handwerk im Norden als schwierig. Doch die Zeiten für Baufinanzierungen waren zuletzt günstig, die Temperaturen im Winter überwiegend mild und ein starker Sturm zum Jahresende hat den Betrieben viel Arbeit beschert – Schleswig-Holsteins Handwerk konnte so gut ins neue Jahr starten. „Das Wetter macht die Konjunktur“, so Kammer-Sprecher Ulf Grünke. Nachdem es praktisch keinen Winter gegeben habe, stünden die Betriebe gut dar. Das bestätigt auch eine Umfrage der Handwerkskammer Schleswig-Holstein unter ihren Mitgliedern. Derzufolge entwickelt sich vor allem der Norden des Landes mit dem Kammerbezirk Flensburg zur konjunkturellen Lokomotive des gesamten Handwerks. Während dort knapp mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Betriebe von einer guten Konjunkturlage sprachen, waren es südlich – im Kammerbezirk Lübeck – nur etwas mehr als ein Drittel (37 Prozent). „Die Betriebe oberhalb des Kanals sind nochmals deutlich besser gestimmt“, räumt auch Ulf Grünke, Sprecher der Handwerkskammer Schleswig-Holstein ein. Eine grundsätzliche Erklärung dafür gibt es nicht. Doch zumindest beim Bauhauptgewerbe im Norden des Landes – in dem 72 Prozent der Betriebe ihre Situation als gut bewerten – dürfte die Beseitigung der Schäden von „Christian“ zur Hochstimmung beitragen.

Landesweit, über alle Branchen hinweg, beurteilen 89 Prozent der Betriebe im Hinblick auf das erste Quartal ihre wirtschaftliche Situation mit gut (42 Prozent) oder befriedigend (47 Prozent). Elf Prozent sprachen von einer schlechten Geschäftslage. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2013 beurteilten nur 24 Prozent ihre Geschäftslage als gut, 53 Prozent als befriedigend und 23 Prozent als schlecht. „Das Handwerk hat derzeit wenig Grund zur Klage“, sagte dann auch der Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, Horst Kruse. „Die Geschäftslage der Betriebe ist umso erfreulicher, wenn man bedenkt, dass das erste Quartal traditionell das Schwächste im Jahresverlauf ist.“

Auch auf die kommenden Monate blickt die Mehrheit der Befragten optimistisch. 97 Prozent der Betriebe gehen von einer Verbesserung der Geschäftslage (39 Prozent) oder einer gleichbleibenden Konjunkturlage aus. Fast jeder zweite Betrieb (44 Prozent) rechnet sogar mit einer zunehmenden Zahl neuer Aufträge. Treiber der Konjunktur sind neben dem Baugewerbe auch die Gesundheitshandwerke – hier sind die Erwartungen für das kommende Quartal besonders groß. „Das Stimmungshoch im Handwerk hält also an und damit bildet die Wirtschaftsmacht von nebenan weiterhin das Rückgrat der schleswig-holsteinischen Wirtschaft“, fasst Kruse zusammen.

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