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Arbeitsmarkt im April 2015 : So wenig Arbeitslose in SH wie seit 22 Jahren nicht mehr

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Die Langzeitarbeitslosigkeit bereitet den Experten aber weiter Sorgen. Hoffnung macht ein neues Programm.

Kiel/Hamburg | Die Frühjahrsbelebung sorgt auf dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein für einen kräftigen Schub. Ende April waren im nördlichsten Bundesland nach Angaben der Arbeitsagentur 97.962 Menschen ohne festen Job und damit 4532 oder 4,4 Prozent weniger als im März. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es einen Rückgang um 3938 oder 3,9 Prozent. „Die Frühjahrsbelebung setzt sich fort, und der konjunkturelle Rückhalt stimmt nach wie vor“, sagte Regionaldirektorin Margit Haupt-Koopmann bei der Vorstellung der Zahlen. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 6,6 Prozent, nach 6,9 Prozent vor einem Jahr.

„Zum ersten Mal seit 1993 können wir - dank anhaltender Frühjahrsbelebung und der guten konjunkturellen Lage - bereits im April eine Arbeitslosenzahl von unter 100.000 melden“, sagte Haupt-Koopmann. Saisonal üblich gab es im April aber regional unterschiedliche Entwicklungen. „Die Zahl der Arbeitslosen ist in den touristisch geprägten Kreisen Nordfriesland (minus 18 Prozent) und Ostholstein (minus 17 Prozent) im Vergleich zum Vormonat März überproportional zurückgegangen.“

Unter den Kreisen hatte Dithmarschen im April mit 7,2 Prozent die höchste Arbeitslosenquote und Stormarn mit 3,9 Prozent die niedrigste. Bei den kreisfreien Städten stand Neumünster mit 10,6 Prozent am schlechtesten da und Kiel mit 9,8 Prozent am besten.

Trotz der generell positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bereitet die Langzeitarbeitslosigkeit den Experten weiter Sorgen. Menschen, die mehr als ein Jahr ohne festen Job sind, profitieren weit weniger von der Belebung auf dem Arbeitsmarkt. Ihre Zahl sei im Jahresdurchschnitt seit 2011 wieder angestiegen, sagte Haupt-Koopmann. Aktuell gibt es etwa 36.000 Langzeitarbeitslose im Land. „Es gibt da einen Königsweg“, erklärte Haupt-Koopmann.

Hoffnungen setzen die Experten auf ein neues Programm für 800 Betroffene im Norden mit Fördermitteln in Höhe von 29 Millionen Euro. Dabei erhalten Unternehmen, die Langzeitarbeitslose einstellen, für bis zu drei Jahre Lohnzuschüsse in Höhe von bis zu 75 Prozent. Voraussetzung ist, dass die Menschen danach mindestens sechs Monate lang weiterbeschäftigt werden.

Außerdem stehen den Langzeitarbeitslosen Coachs zur Seite, die sie bei der Rückkehr in den Job unterstützen sollen. „Wenn die Menschen intensiv begleitet werden, steigen die Chancen elementar an, dass sie Fuß fassen“, sagte Haupt-Koopmann. Sie sprach von einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe.

Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) betonte: „Trotz guter bis sehr guter Rahmenbedingungen kommt der Aufschwung am Arbeitsmarkt bei den Langzeitarbeitslosen nur sehr eingeschränkt an.“ Besonders betroffen seien Ausländer, Ältere, Schwerbehinderte und Frauen. Das Land fördere deshalb 16 Projekte, mit denen Langzeitarbeitslose wieder die Rückkehr ins Berufsleben schaffen sollen. Daran nehmen rund 1700 Menschen teil. Das Fördervolumen beträgt 6,7 Millionen Euro.

Auch am Hamburger Arbeitsmarkt hat sich im April die Frühjahrsbelebung fortgesetzt. 73.966 Menschen und damit 1,1 Prozent weniger als im Vormonat waren arbeitslos gemeldet, wie die Agentur für Arbeit mitteilte. Verglichen mit dem Vorjahresmonat ging die Zahl der Arbeitslosen um 0,6 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote lag wie im März bei 7,6 Prozent. Zum vierten Mal in Folge sei in diesem Jahr der jeweilige Monatswert des Vorjahres unterschritten worden, hieß es. Ein Grund für die bessere Verfassung des Arbeitsmarktes im Frühjahr ist, dass saisonabhängige Betriebe wieder loslegen.

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erstellt am 30.Apr.2015 | 10:39 Uhr

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