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Baufinanzierung : So teuer ist Bauen in Schleswig-Holstein

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Von der Baufinanzierung bis zur Steuer: Schleswig-Holsteiner müssen beim Hausbau besonders viel zahlen.

Till Lorenz ist Mitglied der Wirtschaftsredaktion. von
erstellt am 22.Aug.2014 | 11:56 Uhr

Kiel | Die Flucht ins sogenannte Betongold ist seit Monaten in aller Munde. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank lässt Investoren und Privatleute gleichermaßen nach Alternativen für das Ersparte suchen. Und nur wenig erscheint dabei derzeit so attraktiv wie der Immobilienmarkt. Die Norddeutschen bauen wie verrückt, wie auch Zahlen des Statistischen Bundesamts jüngst belegt haben. Nur: Kaum irgendwo in Deutschland müssen Bauherren in relativer Hinsicht so tief in die Tasche greifen wie in Schleswig-Holstein, um sich den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen.

Das unterstreicht auch eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Immobilienscout24. Mit einem effektiven Jahreszins ab 1,38 Prozent bei fünf Jahren Zinsbindung und ab 1,84 Prozent bei 10 Jahren Zinsbindung gehören Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg demnach zu den Regionen mit den höheren Bauzinsen und sind fast 0,3 Prozentpunkte teurer als andere Regionen. Den Angaben zufolge liegen die Angebote bei mindestens fünf Kreditinstituten sogar noch über diesen Werten.

Für die Auswertung hat das Portal nach eigener Darstellung die tagesaktuellen Konditionen von rund 1200 Banken und Sparkassen herangezogen. Für die Beispielrechnung wurde ein Kaufpreis von 200.000 Euro mit 30 Prozent Eigenkapital angenommen.

Doch selbst wer die Finanzierung seines künftigen Eigenheims umgehen kann, muss in Schleswig-Holstein noch immer deutlich tiefer in die Tasche greifen als Menschen in anderen Regionen – in relativer Hinsicht. Denn auch wenn Bauland vielerorts zwischen Nord- und Ostsee günstiger sein mag als in anderen Teilen der Republik. Die Kaufnebenkosten sind es mitnichten. Das zeigen Zahlen des Baufinanzierers Interhyp. Die Grunderwerbssteuer in Schleswig-Holstein ist demnach bundesweit mit 6,5 Prozent die höchste. Zu den Kaufnebenkosten zählt Interhyp im weiteren auch die maximal fällige Maklerprovision und pauschale Notarkosten von zwei Prozent. In der Summe liegt Schleswig-Holstein mit 12,07 Prozent an vierter Stelle in ganz Westdeutschland – nach Hamburg (12,75), Bremen (12,95) und Hessen (13,95). In den drei letztgenannten Bundesländern sind es vor allem die meist deutlich höheren Maklergebühren, die den Preis in die Höhe treiben.

Insgesamt stellt Immobilienscout24 fest, dass sich die Zinsen seit einer früheren Auswertung des Portals im Juli 2014 nochmals vergünstigt haben. Die Zinsen für Kredite bei fünfjähriger, zehn- und fünfzehnjähriger Zinsbindung befänden sich damit auf dem niedrigsten Stand seit Jahresbeginn, schreibt das Vergleichsportal.
 

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