zur Navigation springen

Außenwirtschaft : So soll Schleswig-Holstein vom Freihandel profitieren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die EU und die USA verhandeln über ein Abkommen zum Freihandel. In Schleswig-Holstein könnten dadurch Tausende Jobs entstehen. Vor allem landwirtschaftliche Produkte spielen eine Rolle.

Flensburg | Ob es wirklich kommt, kann derzeit noch niemand so recht sagen. Welche Vorteile das angestrebte Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA jedoch allein für Deutschland – und dabei auch Schleswig-Holstein – haben könnte, haben Forscher des Ifo-Instituts im Auftrag der Bertelsmann Stiftung jetzt berechnet.

Allein zwischen Nord- und Ostsee würden den Experten zufolge Tausende neue Arbeitsplätze entstehen und die Exporte mancher Branchen massiv angekurbelt werden. So könnte Schleswig-Holstein seine Ausfuhren in die USA – vor allem landwirtschaftliche Produkte spielen hier eine Rolle – wohl um 25 Prozent steigern. Hamburgs Export würde um 22 Prozent gesteigert werden.

Ein Plus gebe es der Studie zufolge auch bei der Zahl der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe in Norddeutschland. Laut Ifo-Institut entstünden durch das Abkommen bundesweit 160 000 neue Arbeitsplätze – 85 000 davon im produzierenden Gewerbe. Am stärksten würden dabei Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern profitieren, bei denen jeweils rund 21 000, 20 000 und 19 000 neue Jobs entstünden. In Schleswig-Holstein wären es immerhin noch 2116 neue Stellen. Vor allem Beschäftigte mit mittlerer Qualifikation würden von dem Beschäftigungszuwachs im nördlichsten Bundesland profitieren können. Sie machen mit 73,2 Prozent die mit Abstand größte Gruppe aus. Der Beschäftigungszuwachs bei den Hochqualifizierten in Schleswig-Holstein soll sich hingegen auf gerade einmal 12,2 Prozent belaufen, jener der Geringqualifizierten auf 14,6 Prozent.

Eine erste Etappe auf dem Weg zum Abkommen soll im Januar 2014 erreicht werden. Bis dahin sollen die Unterhändler Grundlinien zu Regulierungsfragen vereinbaren. Sollten die Verhandlungen insgesamt zum Erfolg führen, würde die größte Freihandelszone der Welt mit gut 800 Millionen Einwohnern geschaffen. Wegen des Haushaltsstreits kann die US-Delegation allerdings derzeit nicht für neue Verhandlungen nach Brüssel reisen.

„Gewinnen würden nicht nur Großkonzerne, sondern insbesondere der Mittelstand“, sagte Aart De Geus, Vorstandschef der Bertelsmann Stiftung. „Entscheidend wird sein, ob ein Freihandelsabkommen auch die Akzeptanz der Bevölkerung findet. Deshalb ist es nicht nur wichtig, dass auch kleine Betriebe und niedrige Einkommensgruppen profitieren, sondern dass Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz gewährleistet bleiben.“

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 06.Okt.2013 | 13:46 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen