SH auf der Grünen Woche : So präsentiert sich „Der echte Norden“ in Berlin

Rapsblüte als Hingucker: So will Schleswig-Holstein in der Bundeshauptstadt die Blicke von über 400.000 erwarteten Besuchern auf sich ziehen.
Foto:
Rapsblüte als Hingucker: So will Schleswig-Holstein in der Bundeshauptstadt die Blicke von über 400.000 erwarteten Besuchern auf sich ziehen.

Rapsblüte und Schafe: Nach acht Jahren reformiert SH seinen Auftritt auf der Grünen Woche. Ab Freitag ist das Land auf der größten Agrarmesse der Welt vertreten.

shz.de von
13. Januar 2015, 15:16 Uhr

Berlin/Kiel | Es ist das mit Abstand wichtigste Schaufenster des Agrarlands Schleswig-Holstein, und diesmal wird es noch mehr Blicke auf sich ziehen als zuletzt. Denn erstmals seit acht Jahren präsentiert sich das nördlichste Bundesland auf der Grünen Woche in Berlin ab Freitag in neuem Gewand.

Über der gesamten Szenerie in der 1400 Quadratmeter großen Ausstellungshalle thront die neue Landes-Dachmarke „Der echte Norden“. Von mehreren Abhängern an der Decke ragt sie ins Blickfeld der erwarteten 420.000 Besucher hinein. Als Wandkulisse dienen drei Bilderbuchmotive des Landschaftsfotografen H. Dietrich Habbe. Sie sind mehr als 35 Meter breit. „Sie zeigen die Rapsblüte auf Fehmarn inklusive Leuchtturm, ein Schiff auf dem Nord-Ostsee-Kanal mit Schafen am Ufer und Hallig Hooge“, verrät Klaus Dahmke vom Bauernverband in Rendsburg. Für den langjährigen Koordinator des Messeauftritts ist die Neugestaltung zugleich der Schlussakt. Es ist seine letzte Grüne Woche vor dem Ruhestand.

Teil der Neukonzeption ist eine Schauküche mit zwei Mega-Bildschirmen. So kann das Publikum an den zehn Messetagen Köchen aus den Kreisverbänden des Hotel- und Gaststättenverbandes über die Schulter schauen. Einen neuen Stand gebaut hat Schleswig-Holstein auch, um dort 30 touristischen Anbietern Aufmerksamkeit zu verschaffen. Agrarminister Robert Habeck, dessen Ministerium 340.000 Euro für den Messeauftritt gibt, hatte im letzten Jahr einen stärkeren Urlaubs-Akzent gefordert. Gleichwohl ist die Tourismusagentur Schleswig-Holstein aus der Grünen Woche ausgestiegen. Man wolle die Kräfte für die „Glücks-Marketing-Initiative“ bündeln, sagt deren Sprecher Marc Euler. „Ich halte die Entscheidung nicht für richtig“, entgegnet Dahmke. „Die Nachfrage nach touristischen Angeboten ist einfach da.“ Jetzt verantworten das Ministerium und die Landwirtschaftskammer den Tourismusstand.

Die Kammer wirbt darüberhinaus für das Gütezeichen „Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein“, etwa in Zusammenarbeit mit der „Käsestraße“, dem „Schinkenverein“ oder dem Verein zum Schutz des Angler Sattelschweins. Insgesamt sind an 25 Ständen – Teile davon im Design von Helgoländer Hummerbuden – 30 Aussteller aus der Agrarbranche vertreten. Sie zeigen auf der größten Agrarmesse der Welt fast die gesamte Bandbreite der Ernährungswirtschaft von Milch über Fleisch bis zu Fisch. Eine unsichtbare Neuheit, von der sich Dahmke ebenso wie Habeck aber einen Sog bei der 80. Auflage der Messe versprechen: Die Schleswig-Holstein-Halle bietet freies WLAN für alle.

„Regionale Vermarkter finden mit dem Messeauftritt eine Plattform, die sie sonst nicht hätten“, hebt Habeck hervor. Der grüne Minister will die Grüne Woche für Diskussionen nutzen, „wie die Landwirtschaft nicht nur als Versorger fungiert, sondern zugleich gestiegenen gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht wird“. Genauso politisch sei auch die Frage der Zukunft des ländlichen Raums. Etwa beschäftige sich eine Diskussionsrunde mit der Integration von Migranten auf dem Dorf – im Lichte des demografischen Wandels.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen