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Immobilien in SH : So hoch sind Mieten und Kaufpreise

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Menschen investieren wieder vermehrt in Eigentumswohnungen, was vielerorten zu steigenden Preisen führt. Die Kosten für Eigentumswohnungen betragen pro Quadratmeter bis zu 4000 Euro, können je nach Region und Lage aber deutlich schwanken.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2013 | 13:20 Uhr

Die Politik des billigen Geldes heizt den Immobilienmarkt weiter an. Kein Wunder: Mangels attraktiver Anlagealternativen flüchten viele Bürger ins Betongold – zumal die Hypothekenzinsen für die Finanzierung von Eigenheim oder Eigentumswohnung derzeit noch auf Schnäppchen-Niveau liegen.

Von einer Immobilienblase wollen Makler und Wohnungsverwalter – abgesehen von lokalen Überhitzungen in Metropolen wie Hamburg und München – trotzdem nichts wissen. „Die Preise haben nach jahrelanger Stagnation und Talfahrt teilweise erst jetzt wieder das Nach-Wende-Niveau erreicht“, sagte Peter Wagner vom Immobilienverband Nord gestern in Kiel. „Zudem wird in Deutschland sehr großer Wert auf eine konservative Finanzierung mit hoher Eigenkapitalquote gelegt.“

Allerdings sind auch im Norden beachtliche Preisschübe bei Kauf- und Mietobjekten besonders in 1A-Lagen zu verzeichnen. „Urbanes Wohnen im guten und sehr guten Wohnsegment legt mit zwei bis zwölf Prozent im Vergleich zu 2012 wiederum deutlich zu“, berichtete der Kieler Makler Björn Petersen. Entsprechend sind die Nettokaltmieten bei Neuverträgen teilweise kräftig gestiegen – zum Beispiel in Kiel je nach Baualtersklasse zwischen zuletzt 19 und knapp 30 Prozent. In Flensburg immerhin um fünf Prozent.

Auch in Lübeck und Flensburg klettern die Preise weiter – in Wasserlagen sogar kräftig, wenn auch nicht so stark wie in Kiel. Kaufpreisforderungen zwischen 3000 und 4000 Euro pro Quadratmeter für attraktive Eigentumswohnungen sind im Einzelfall durchsetzbar. In Teilen der Lübecker Bucht sind noch höhere Preise von bis zu 6000 Euro erzielbar, heißt es beim IVD-Nord.

Bezugsfreie Eigentumswohnungen in mittlerer Lage und durchschnittlicher Ausstattung kosten in weiten Teilen Schleswig-Holsteins rund 1000 Euro pro Quadratmeter. Im guten Segment, also bei Wohnungen in guten Lagen und guter Ausstattungsqualität, liegen die Preise 200 bis 500 Euro höher.

Schleswig-Holsteins fünftgrößte Stadt, Norderstedt, liegt mit einem Preis von 2100 Euro pro Quadratmeter aufgrund direkter Nachbarschaft zu Hamburg deutlich über dem Durchschnitt. Ähnlich hoch liegt der Preis für eine vergleichbare Eigentumswohnung in Ahrensburg. Außerhalb der großen Städte sind die höchsten Preise neben Sylt auch in der Lübecker Bucht, in Eckernförde und Ferienregionen wie St. Peter-Ording erzielbar. „Seit 2010 hat es überall im Norden einen wahren Run auf Ferienimmobilien gegeben, der erst jetzt langsam abflaut“, so Wagner.

Ähnlich gut sei die Entwicklung bei Häusern. Ein durchschnittliches freistehendes Einfamilienhaus mit rund 125 Quadratmeter Wohnfläche in mittlerer Lage kostet in Kiel aktuell 200.000 Euro. In Lübeck und Flensburg werden für ein vergleichbares Objekt 190 000 beziehungsweise 170 000 Euro bezahlt.

Durchschnittswerte für Preisentwicklungen bei Immobilien in Schleswig-Holstein wollen die Experten nicht beziffern. „Dafür sind die regionalen Unterschiede viel zu groß“, so Wagner. Deutliche Zugewinne in den Städten dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auf dem flachen Land auch Verlierer gibt. „Sobald in einem Ort die Kita mangels ausreichender Kinderzahlen schließen muss oder der Bus nicht mehr hält, macht sich das bei Mieten und Immobilienpreisen sofort negativ bemerkbar“, erklärte Wagner.

Die Gewinner sind eindeutig Städte wie Kiel, Flensburg, Elmshorn und Lübeck, die nicht nur von Zuwanderung und von steigenden Studentenzahlen profitieren, sondern auch von Rückwanderern aus den Dörfern. Um die erhöhte urbane Nachfrage zu befriedigen, müssten dringend neue Wohnungen gebaut werden. Doch derzeit gebe es viele Gründe, die potenzielle Bauherrn abschrecken: „Die Grundstücke in den Städten sind extrem teuer und die Auflagen für Bauherrn inzwischen so hoch, dass man kaum noch Mietobjekte unter zehn Euro pro Quadratmeter errichten kann“, so Wagner. Wer es trotzdem wage, wird spätestens durch die Diskussion über Mietpreisbremsen entmutigt und „legt seine Baupläne auf Eis“, fürchtete der Experte.

 

 

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