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Waffenhersteller aus Eckernförde : Sig Sauer: Computer der Staatsanwaltschaft nicht bei Einbruch gestohlen

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Wer stahl Laptops aus einer Außenstelle der Kieler Staatsanwaltschaft? Theoretisch kommen 250 Mitarbeiter in Betracht.

Kiel | Die Computerdiebstähle aus einer Außenstelle der Kieler Staatsanwaltschaft sorgen weiter für Wirbel. „Ein Einbruch von außen hat nicht stattgefunden“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Schwab am Mittwoch vor dem Innen- und Rechtsausschuss des Landtags. Dies hätten Untersuchungen ergeben. Damit kämen theoretisch alle 250 Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft in Betracht oder beispielsweise auch das Reinigungspersonal.

Im August und September vergangenen Jahres waren neben Bargeld sechs Computer, darunter auch ein Beweismittel aus den Ermittlungen der Behörde gegen den Waffenhersteller Sig Sauer gestohlen worden. Sig Sauer war 2014 wegen möglicherweise illegaler Pistolen-Lieferungen in den Irak, nach Kasachstan und Kolumbien in die Schlagzeilen geraten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen aktive und ehemalige Führungskräfte der Waffenfirma. Ermittler hatten den Computer und andere Beweismittel bei Durchsuchungen von Geschäftsräumen der Firma und Privatwohnungen von Angestellten beschlagnahmt. Sig Sauer hatte Ende Februar angekündigt, mit deutlich weniger Mitarbeitern künftig nur noch Sportwaffen herzustellen.

Trotz des Diebstahls dieses Beweismittels glaubt die Kieler Staatsanwaltschaft weiterhin nicht an eine gezielte Aktion im Zusammenhang mit ihren Ermittlungen. „Dann hätte der Dieb den zweiten Laptop auch mitgenommen“, sagte Schwab zur Begründung im Ausschuss.

Der entwendete Computer habe zum Tatzeitpunkt neben einem weiteren Gerät - ebenfalls ein Beweismittel in dem Fall - auf sieben Umzugs-Kartons mit Beweismitteln im Zimmer eines Staatsanwalts gelegen. Beide Notebooks waren zuvor bei Durchsuchungen im Fall Sig Sauer sichergestellt worden. Auf dem gestohlenen Notebook befanden sich laut Schwab „in erster Linie private Sachen, viele Familienbilder“, aber auch etwas Kommunikation. Das Gerät wurde bei einem ehemaligen Sig-Sauer-Mitarbeiter sichergestellt. „Das mit dem Rechner Sig Sauer ist nicht nur ärgerlich. Das ist eine total verfahrene Kiste.“ Dies gehe „an die Nieren“. Er ist allerdings der Auffassung, dass es keine relevanten Folgen des Diebstahls für die Ermittlungen gibt.

Generalstaatsanwalt Wolfgang Müller-Gabriel sprach von einer „überaus unangenehmen Panne“, dem größten anzunehmenden Unfall. Er habe das Thema deshalb sofort an sich gezogen und eine entsprechende Task Force eingerichtet. Sie soll die Datensicherheit bei den Staatsanwaltschaften im Land untersuchen. „Es geht dabei um die Frage, wo sind Schwachstellen“, sagte Müller-Gabriel. Dieser Schritt sei aber ausdrücklich nicht erfolgt, „weil ich misstraue“.

Als Reaktion auf die Diebstähle aus den Räumen der Außenstelle wurde in Kiel nach Angaben von Schwab unter anderem eine Videosicherung der Flure eingerichtet.

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erstellt am 11.Mär.2015 | 19:22 Uhr

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