Waffenhersteller aus Eckernförde : Sig Sauer: 5000 Pistolen in den Irak geliefert?

Eine Waffe vom Typ Sig Sauer P2022 ist in Kolumbien aufgetaucht.
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Im Dezember 2004 hat die Einkaufsbehörde des US-Militärs bei SigArms laut Medienberichten 5000 Pistolen bestellt, die für die irakische Armee bestimmt gewesen sein sollen.

Der Waffenhersteller aus Eckernförde sorgt weiter für Schlagzeilen. Eine Exportgenehmigung soll es für die Lieferung im Jahr 2005 nicht gegeben haben.

shz.de von
10. September 2014, 11:49 Uhr

Kiel | Die Staatsanwaltschaft Kiel will in ihre umfassenden Ermittlungen gegen den Waffenhersteller Sig Sauer aus Eckernförde auch einen Medienbericht über die angebliche Lieferung von 5000 Pistolen in den Irak im Jahr 2005 miteinbeziehen. Dabei sei auch zu prüfen, ob mögliche Straftaten bereits verjährt seien, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Mittwoch in Kiel. Zu den laufenden Ermittlungen wegen des Verdachts illegaler Pistolen-Lieferungen über die US-Schwesterfirma von Sig Sauer nach Kasachstan und Kolumbien machte Heß keine Angaben.

Sig Sauer soll nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung offenbar 5000 Pistolen illegal in den Irak geliefert haben. Eine Exportgenehmigung habe es nicht gegeben. Im Dezember 2004 habe die Einkaufsbehörde des US-Militärs bei SigArms, dem Schwesterunternehmen von Sig Sauer, 5000 Pistolen bestellt, die für die irakische Armee bestimmt gewesen seien. SigArms soll diesen Auftrag an Sig Sauer in Eckernförde weitergereicht haben. Firmenunterlagen zeigten, dass Sig Sauer offenbar von dem wahren Bestimmungsort der Waffen gewusst habe.

Bei Sig Sauer war die Geschäftsführung am Mittwoch für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Wegen des Verdachts der Unzuverlässigkeit soll Medienberichten zufolge das Unternehmen zurzeit einem Ausfuhrstopp unterliegen. Seit August sind die 140 Mitarbeiter in Kurzarbeit - zunächst befristet für ein halbes Jahr.

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