zur Navigation springen

Infrastruktur : SH und Hamburg warten auf den Verkehrsminister

vom

Nord-Ostsee-Kanal, Elbvertiefung und mehr: Der Ausbau von Straßen, Brücken, Schienen und Wasserwegen im Norden geht zu langsam voran. Darin sind sich Politik und Wirtschaft einig – Schleswig-Holstein und Hamburg wollen den Druck in Berlin verstärken.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 14:44 Uhr

Hamburg | Die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein dringen auf einen ersten Besuch des neuen Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt (CSU) im Norden. Angesichts drückender Verkehrsprobleme sei Dobrindt zu fragen, ob er ein Verkehrsminister für Bayern oder für ganz Deutschland sein wolle, sagte der schleswig-holsteinische Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) am Mittwoch in Hamburg. Die Infrastruktur stehe bei den Herausforderungen für den Norden ganz oben, vom Nord-Ostsee-Kanal bis zur Elbvertiefung und dem Ausbau der Autobahnen und Brücken.

Meyer nahm gemeinsam mit dem Hamburger Senator Frank Horch (parteilos) an der Auftaktveranstaltung der Unternehmensverbände Nord für das Jahr 2014 teil. Verbandspräsident Uli Wachholtz beurteilte dabei die wirtschaftlichen Perspektiven für den Norden skeptischer als die Politiker. „Die Vereinbarungen der großen Koalition wie der gesetzliche Mindestlohn und die Eingriffe in die Renten- und Pflegekassen passen nicht zu den zum Teil sehr zuversichtlichen Wachstumsprognosen der Institute“, sagte Wachholtz. Zwar erwarte jedes dritte Unternehmen im ersten Quartal des laufenden Jahres steigende Umsätze, doch blieben die Investitionsplanungen angesichts der unklaren Rahmenbedingungen verhalten und die Erwartungen gedämpft.

Horch dagegen rechnet für Hamburg mit einem Wachstum von zwei Prozent und damit mehr als im Bundesdurchschnitt. „Die Hamburger Wirtschaft hat einen idealen Branchenmix und damit große Chancen“, sagte er. Es zeichne sich ein prosperierender Weg ab.

Ähnlich unterschiedlich zwischen Wirtschaft und Politik fiel das Urteil über die Qualität der norddeutschen Zusammenarbeit aus. „Wir blicken auf zwei beinahe verlorene Jahre zurück“, sagte Wachholtz. Meyer und Horch betonten dagegen ihre enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die sich gut entwickelt habe. Auch im laufenden Jahr würden Hamburg und Schleswig-Holstein weiter ihre Kräfte bündeln.

„Wir treffen uns regelmäßig auf politischer und auf Arbeitsebene und stimmen uns im Interesse der Region ab“, sagte Horch. Beispiele dafür seien gemeinsame Projekte bei der Entwicklung von Schwerpunkten (Clustern), das erste länderübergreifende Gewerbegebiet in naher Zukunft, das norddeutsche Luftfahrt-Konzept oder die Stärkung der Industrieregion an der Unterelbe.

Besondere Bedeutung habe der Norden für die Energiewende. „Ohne die Offshore-Energie wird die Energiewende in Deutschland nicht möglich sein“, sagte Horch. Damit seien für den Norden besondere Chancen verbunden. Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) will bis Ostern die neuen Eckpunkte der Energiepolitik vorlegen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen