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Flensburg, Kiel, Lübeck : SH: Städte kämpfen um Kaufkraft

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Flensburg, Kiel, Lübeck, Neumünster und Rendsburg: Die großen Städte in SH buhlen für die Belebung ihrer Zentren um Kunden. Auch der Tourismus spielt dabei eine wichtige Rolle.

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erstellt am 18.Apr.2014 | 09:25 Uhr

Lübeck/Flensburg | Schleswig-Holsteins große Städte stehen unter Wettbewerbsdruck. Sie konkurrieren vor allem mit Ansiedlungen auf der grünen Wiese um Bürger und kaufkräftige Kunden. Durch Aufhübschen der Zentren sollen Leerstände vermieden oder Neuansiedlungen gefördert werden. Dabei werden auch Landesmittel eingesetzt, wie eine dpa-Umfrage ergab. 2013 haben nach Angaben des Innenministeriums 16 Kommunen insgesamt 32 Millionen Euro an Städtebauförderungsmitteln für die Sanierung der Zentren und der Stadtquartiere erhalten. Das waren 1,3 Millionen Euro mehr als 2012, wie ein Ministeriumssprecher sagte.

Lübeck setzt vor allem auf Touristen. „Die für das Frühjahr 2015 geplante Eröffnung des Europäischen Hansemuseums in der Nähe des Burgtores wird zusätzliche Tagesgäste nach Lübeck bringen und neue Laufwege erschließen“, sagte Wirtschaftsförderungs-Chef Dirk Gerdes.Bereits zwischen 2010 und 2012 wurde die Altstadt mit einem zu großen Teilen von der Possehl-Stiftung und Anliegern finanzierten Projekt baulich aufgewertet. Sitzgelegenheiten, Bäume und Wasserspiele sollen zum Verweilen einladen. Verkaufsoffene Sonntage, Late-Night-Shopping, bunte Feste auf dem Markt - Stadt und Handel in Lübeck bemühen sich redlich, die Innenstadt auch am Abend und am Wochenende zu beleben.

Weiter nördlich in Flensburg legen Eigentümer in einem Teil der Innenstadt Geld zusammen, um die City gemeinsam zu bewerben, wie Stadtentwicklungs-Referent Malte Gräve von der Industrie- und Handelskammer sagte. 1,2 Millionen Euro sollen so in fünf Jahren investiert werden. Geplant sind etwa eine City App, eine neue Weihnachtsbeleuchtung und ein Quartiersmanagement. Geplant ist auch ein Ladenflächenmanagement, für das Standort- und Objektinformationen von Immobilien verknüpft werden sollen, also etwa die Passantenfrequenz oder die Kaufkraft.

Neumünster hat in den vergangenen Jahren vor allem auf eine Aufhübschung der Innenstadt gesetzt. Das Zentrum „wurde in den vergangenen Jahren durch Sanierungsmaßnahmen erheblich attraktiver gemacht“, sagte Stadtsprecher Stephan Beitz. So seien Plätze und Grünanlagen neu gestaltet und stadtbildprägenden Gebäude saniert worden, um den Leerstand von Läden und Wohnungen zu vermeiden. Die Stadt profitiert auch vom erhöhten Bekanntheitsgrad durch ein Outletcenter am Stadtrand, das „auch der Innenstadt zu Gute kommt“, sagte Beitz. Hoffnungen setzt die Stadt auch auf ein innerstädtisches Einkaufszentrum, das im Herbst 2015 eröffnet werden soll.

In Rendsburg haben sich Tourismus, Stadtmarketing und Verwaltung zusammengetan, und „in einem neuen Leitbild und Strategiepapier Schlüsselprojekte zum Wohle der Innenstadt geplant“, sagte Susanne Mau vom Tourismus und Stadtmarketing. So werden inhabergeführte Geschäfte und kleine Läden gefördert, ein neues Wochenmarktkonzept ausgelegt und ein Konzept für den Städtetourismus entwickelt.

Auch Kiels neuer Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) hat sich die Belebung der Innenstadt zum Ziel gesetzt. „Alle sind sich einig, dass sich etwas tun muss in unserer Innenstadt“, sagte er unlängst. „Ich bin ein Fan von durchaus mutigen und etwas spektakuläreren Bauten, die sowohl zum Flanieren einladen und auch echte Hingucker sind.“  Kämpfer deutete Sympathie für die zurzeit nicht mehr ganz so heiß diskutierte Idee des kleinen Kiel-Kanals an. Dabei geht es um eine auf elf Millionen Euro veranschlagte, 180 Meter langen Wasserfläche in der Innenstadt. „Gute Geschäfte allein reichen heutzutage nicht mehr aus, um eine Innenstadt attraktiv zu machen.“ Architektonische Besonderheiten seien ein Pfund, um gegen überdachte Einkaufscenter bestehen zu können.

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