zur Navigation springen

Umfrage zu Schusswaffen : SH rüstet ab – Zahl der Waffen sinkt

vom

Im Norden sind immer noch fast 250.000 registrierte Waffen im Umlauf. Doch im Vergleich zu früheren Zeiten stellen die Behörden einen Rückgang fest.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2014 | 10:03 Uhr

Kiel/Hamburg | Der Norden rüstet ab. Sowohl in Hamburg als auch in Schleswig-Holstein sind weniger registrierte Waffen im Umlauf als in den Jahren zuvor. So besitzen in Schleswig-Holstein derzeit 43.100 Waffenscheininhaber 202.100 Pistolen, Revolver und Gewehre, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. In Hamburg seien 61.489 Waffen in den Händen von 9161 Männern und Frauen, 44.500 davon in Privatbesitz. Vor fünf Jahren zählte Schleswig-Holsteins Innenministerium noch 232.270 Waffen, in Hamburg waren es nach Angaben der Innenbehörde im vergangenen Jahr noch 62.320.

In beiden Ländern gehen die Behörden davon aus, dass der Rückgang sowohl auf schärfere Kontrollen als auch auf strengere Sicherheitsbestimmungen zurückzuführen ist. So wurden Waffenbesitzer in Schleswig-Holstein aufgefordert, einen Nachweis über die ordnungsgemäße Aufbewahrung vorzulegen. Außerdem setzten die Behörden dort verstärkt auf anlasslose Kontrollen in den Wohnungen der Waffenbesitzer. Das wiederum habe oft dazu geführt, dass Waffenbesitzer, die eine ordnungsgemäße Waffenaufbewahrung nicht nachweisen konnten, Pistolen, Revolver oder Gewehre abgaben.

In Hamburg werden Waffenbesitzer auf Grundlage von Paragraf 36, Absatz 3 des Waffengesetzes überprüft. Danach werden die Besitzer von Waffen nach Angaben der Innenbehörde unangemeldet kontrolliert. Jeweils zwei der insgesamt vier Hamburger Kontrolleure besuchen dabei die Waffenbesitzer in ihren Wohnungen. „Ziel ist es, jeden Waffenbesitzer mindestens einmal zu kontrollieren“, erklärte ein Sprecher der Innenbehörde. Fristen gibt es dafür nicht. Wer sich allerdings neu eine Waffe zulegen will, muss nachweisen, dass er „die einschlägigen Sicherheitsstandards“ erfüllt, „etwa durch Vorlage von Kaufquittungen für Tresore und Vorlage von Fotos der Sicherungseinrichtungen“.

Insgesamt bleibt jedoch ein Großteil der Waffenbesitzer in Deutschland ungeschoren. Das ergab eine stichprobenartige Umfrage bei Behörden in verschiedenen Bundesländern. Dass Hausbesuche bei Besitzern von Schusswaffen oft scheitern, begründen die zuständigen Behörden meist mit mangelndem Personal. Nach den Amokläufen von Erfurt im Jahr 2002 und Winnenden im Jahr 2009 war das Waffenrecht verschärft worden. So wurden 2009 die Möglichkeiten zu – auch verdachtsunabhängigen – Kontrollen erweitert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen