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Staatskanzlei und Ministerien : SH: Keine Bezahlung für Praktikanten

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Praktikanten erhalten in der Staatskanzlei oder in den Ministerien nur selten eine Vergütung. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der Piraten hervor.

Kiel | In einem Video wirbt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) Anfang des Jahres um Nachwuchsbeamte. „Hallo, suchst Du ’ne Ausbildung? Schon mal darüber nachgedacht, sie bei uns zu machen?“, fragt Albig darin lässig und verspricht, dass es „gutes Geld“ gebe. Doch wer sich tatsächlich für einen Job bei der Staatskanzlei oder in den Ministerien interessiert und daher – zum Teil über Monate hinweg – dort Praktika absolviert, sieht davon nichts. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der schleswig-holsteinischen Piratenfraktion hervor. Demnach durchliefen zwar hunderte von Praktikanten während des vergangenen Jahres die Ministerien des Landes – eine Vergütung erhielten die jungen Menschen nur selten.

Allein in der Staatskanzlei wurden in 2013 15 Praktikanten gezählt. Unter ihnen waren auch sechs Hochschulabsolventen. Zwischen einer Woche und vier Monaten dauerten die Praktika jeweils – vergütet wurde kein einziges. Ähnlich fällt die Bilanz beim Innenministerium sowie dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie demnach aus. Eine Vergütung erhielten Praktikanten hingegen beispielsweise im Gesundheitsministerium. 

Die Beschäftigung von unbezahlten Praktikanten, die bereits über ein abgeschlossenes Hochschulstudium verfügen, ist dabei umstritten. Einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbunds von Anfang des Jahres zufolge gaben von 674 Hochschulabsolventen 81 Prozent an, in ihrem Praktikumsbetrieb eine „vollwertige Arbeit“ zu machen. In zwei von fünf Fällen ohne Bezahlung.

Die Landesregierung sieht mit Blick auf die Praktikanten der Antwort zufolge keinen Regelungsbedarf. In einer Richtlinie des Bundes heißt es, dass bei freiwilligen Praktika die Beschäftigung von Hochschulabsolventen „in der Regel im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses zu erfolgen“ hat. Nur in Ausnahmefällen sei davon abzuweichen. In diesen Fällen sei eine Vergütung zu zahlen. Für Schüler und Studenten sieht die Richtlinie eine Vergütung von 300 Euro vor. Doch bei sogenannten Pflichtpraktika, die also beispielsweise als Teil eines Studiengangs absolviert werden müssen, besteht demnach keine Pflicht zur Vergütung – allein im Fall der Staatskanzlei wurden elf der insgesamt 15 Praktikanten in Pflichtpraktika beschäftigt.

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erstellt am 28.Sep.2014 | 16:35 Uhr

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