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Demografischer Wandel : SH: Einzelhandel rüstet auf

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Demografischer Wandel und das Internet fordern Deutschlands Händler heraus. 6,8 Milliarden Euro haben sie daher im vergangenen Jahr investiert – ein Rekord.

Berlin/Wedel/Kiel | Für Träger von Hörgeräten gibt es Induktionsschleifen im Boden der Fleischabteilung, ein Tastplan im Eingangsbereich des Geschäfts soll Sehbehinderten bei der Orientierung helfen – Edeka in Wedel ist nur ein Beispiel dafür, wie immer mehr Händler im Norden im Kampf um den Kunden massiv und gezielt investieren. 6,8 Milliarden Euro haben Deutschlands Einzelhändler vergangenes Jahr in den Aus-, Um- und Neubau der Läden investiert – so viel wie noch nie. Im Vergleich zu 2009 sind die Investitionen damit um rund 700 Millionen Euro gestiegen, wie aus einer Studie des Handelsinstituts EHI hervorgeht, die am Dienstag veröffentlicht werden soll. Nach Angaben des EHI-Geschäftsführers Michael Gerling auf der Fachmesse Euroshop in Düsseldorf sei vor allem der zunehmende Wettbewerb und die Konkurrenz des Online-Handels Grund dafür. Immer häufiger würden ihm zufolge Läden auch renoviert – im Durchschnitt alle 7,8 Jahre. 2009 galt statistisch noch ein Durchschnittswert von neun Jahren.

Runtergerechnet wären dies allein in Schleswig-Holstein dem Einzelhandelsverband Nord (EHV) in Kiel zufolge Investitionen von rund 250 Millionen Euro im vergangenen Jahr gewesen. Nach Angaben der EHV-Geschäftsführerin Monika Dürrer sei dabei vor allem die Einrichtung eines der Hauptthemen. „Wir haben zum Beispiel im Lebensmitteleinzelhandel beobachtet, dass die Gänge breiter geworden sind.“ Regale seien oftmals niedriger. „LED ist für einige ein Thema.“ Die Inszenierung von Läden und Waren spiele eine immer größere Rolle. „Sportgeschäfte sind auch immer stärker erlebnisorientiert“, berichtet Dürrer weiter. Die Reihe der technischen Neuerungen, die im Einzelhandel Einzug halten, reicht von der virtuellen Umkleidekabine über künstliche Wasserfälle bis hin zu Kühlkammern in Sportgeschäften zum Ausprobieren der Wintersportwaren.

„Viele Käufer kommen sehr informiert in den Laden“, ergänzt Dürrer. Die Folge: Die Suche nach qualifiziertem Personal werde verstärkt. Dem EHI-Experten Gerling zufolge zeichne sich etwa bei Fleischern im Lebensmittelhandel bereits ein Engpass ab. Viele Händler würden auch ihre Mitarbeiterzahl wieder aufstocken, sagt er. Händler, die sich dem Trend verweigerten, müssten dagegen mit Problemen rechnen. Denn die Gründe für das Aufrüsten kommen nicht von ungefähr. Während vor allem der Online-Handel zuletzt permanent zulegen konnte, hat der inhabergeführte Einzelhandel verloren. Die Fachhändler haben heute nach Angaben des Handelsverbands Deutschland ein Drittel weniger Marktanteil als noch im Jahr 2000.

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erstellt am 16.Feb.2014 | 14:57 Uhr

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