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Erneuerbare Energien : SH deckt Verbrauch 2014 mit Ökostrom

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Schleswig-Holstein will in den kommenden Jahren zum Ökostrom-Exporteur werden. Die Leistung erneuerbarer Energien wird laut einer Studie bis 2025 auf mehr als 16 Gigawatt steigen. Minister Habeck sieht das Land in der „Pole Position“.

Kiel | Schleswig-Holstein kann in diesem Jahr voraussichtlich erstmals seinen gesamten Strombedarf mit erneuerbaren Energien decken. „Wenn das Windjahr mindestens durchschnittlich wird, können wir mit den 2014 installierten Anlagen die 100-Prozent-Marke erreichen“, sagte Energieminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwoch bei der Vorstellung einer Studie zum Energiepotenzial des Landes.

Im vergangenen Jahr lag der Ökostromanteil am rechnerischen Bruttoverbrauch von rund 15 000 Gigawattstunden bei 90 Prozent. Habeck sprach von einer symbolischen Zahl, die belege: „Schleswig-Holstein hat die Pole Position noch immer inne.“ Allein 2014 kommen demnach 1,1 Gigawatt an neuer Leistung durch Windräder dazu. Das entspreche in etwa der Leistung eines Atomkraftwerkes, sagte Habeck.

Bis 2025 wird mit einer installierten Gesamtleistung an Energie aus Sonne, Wind und nachwachsenden Rohstoffen von mehr als 16 Gigawatt gerechnet. Zum Vergleich: 2012 lag die Gesamtleistung der Anlagen noch bei 5,3 Gigawatt. Der größte Zubau erfolgt dabei in den kommenden Jahren an Land.

Als Folge der geplanten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) muss das Land eines seiner ursprünglichen Ziele allerdings relativieren. Zwar steigt der Bau neuer Windräder derzeit noch überdimensional an. Ab dem kommenden Jahr fallen die erwarteten jährlichen Steigerungsraten aber geringer aus. Dafür gewinnt dann der Austausch alter Anlagen gegen leistungsfähigere neue Räder, das sogenannte Repowering, zunehmende Bedeutung.

Das Ziel der Landesregierung, das dreifache des Bruttostromverbrauchs von Schleswig-Holstein durch Ökostrom zu decken, wird aber voraussichtlich erst 2025 erreicht. „Damit würden wir als führender Windenergiestandort einen Anteil von rund acht Prozent der Stromnachfrage in Deutschland abdecken“, sagte Habeck.

Laut der Studie werden die guten Windenergie-Standorte zwischen Nord- und Ostsee in zehn Jahren weitgehend belegt sein. Bis 2025 wird mit einer Windenergie-Leistung von rund 10,5 Gigawatt gerechnet. Die Studie geht von einem dann immer noch ungenutzten Potenzial in Höhe von rund 1,3 Gigawatt aus, knapp die Hälfte davon allein in Nordfriesland.

Offshore sollen bis 2025 Windräder mit einer Gesamtleistung von 2,6 Gigawatt entstehen. „Bei Biogasanlagen rechnen wir dagegen nicht mehr mit einem weiteren Zubau“, sagte Habeck. Derzeit sind Anlagen mit einer Leistung von mehr als 300 Megawatt installiert. Steigerungspotenzial gibt es dagegen noch im Bereich Photovoltaik: Das Ministerium erwartet bis 2025 eine Leistungsverdopplung gegenüber dem Stand von 2012 auf 2,5 bis 2,9 Gigawatt.

Die aus der Studie resultierenden Erwartungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien sind nach Angaben Habecks auch Grundlage für die weiteren Netzausbau-Planungen der Bundesnetzagentur. „Die Daten zeigen, dass die Planungen auf einem guten Weg sind“, sagte er.

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erstellt am 21.Mai.2014 | 15:31 Uhr

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