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Vor Nordbau in Neumünster : SH: Baubranche läuft auf Hochtouren

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Im ersten Halbjahr wachsen die Umsätze um 16,1 Prozent. Aber vor der Nordbau in Neumünster machen sich auch Sorgen breit.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 17:39 Uhr

Neumünster/Kiel | Vor allem wegen des guten Wetters ist die Baubranche im Norden im ersten Halbjahr voll durchgestartet. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,1 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro, wie der Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein, Georg Schareck, am Montag in Neumünster mitteilte. Nach Sachsen-Anhalt und Brandenburg verzeichne Schleswig-Holstein den größten Zuwachs aller Länder. Sorgen bereite der starke Rückgang der Baugenehmigungen um 16,3 Prozent – laut Schareck Folge der Erhöhung der Grunderwerbsteuer im Norden auf den bundesweit höchsten Satz von 6,5 Prozent.

Die Auftragsbücher sind laut Schareck gut gefüllt, die wirtschaftliche Lage der Branche sei zufriedenstellend. Die Messe Nordbau, die am Mittwoch in Neumünster ihre Pforten öffnet, werde zum „Lackmustest für die Baubranche in Nordeuropa“.

Das Ausbaugewerbe - dazu gehören etwa Klempneraufträge sowie Gas-, Wasser-, Heizungs- und Elektroinstallationen - verzeichnete ebenfalls eine positive Entwicklung. Der Gesamtumsatz der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten sei um 21 Prozent auf 448 Millionen Euro gestiegen, teilte das Statistikamt Nord in Kiel mit. Die Zahl der Mitarbeiter im Ausbaugewerbe wuchs im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 um sechs Prozent auf knapp 8800 Beschäftigte.

Dagegen setzte sich in der Bauwirtschaft der Aderlass bei den Beschäftigten fort. Trotz der Umsatzsteigerung und 9,4 Prozent mehr geleisteten Arbeitsstunden sank die Zahl der Mitarbeiter um 1,7 Prozent auf etwa 22.400. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Zahl der Beschäftigten in den Baubetrieben fast halbiert, erklärte Sprecher Rainer Thumann. Dank moderner Technik und effizienterer Baustoffe sei die Produktivität gestiegen, zudem seien Mitarbeiter von Subunternehmen in den Zahlen nicht berücksichtigt.

Schareck kritisierte, die Erhöhung der Grunderwerbssteuer führe in Schleswig-Holstein dazu, „dass die junge Generation trotz historisch niedriger Zinsen abgeschreckt wird, mit einem Hausbau oder Immobilienerwerb etwas für ihre Altersvorsorge zu tun oder verstärkt Investitionen zu tätigen“. Die Auftragsentwicklung sei im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 3,1 Prozent auf 726 Millionen Euro gestiegen.

Probleme sieht das Bauhandwerk vor allem durch eine Reihe politischer Entscheidungen auf sich zukommen. Seit Januar müssen durch die erhöhte EEG-Umlage statt etwa 5,3 Cent bereits 6,24 Cent pro Kilowattstunde Strom bezahlt werden. Diese erhöhte Umlage hätten aber derzeit nur kleine und mittelständige Unternehmen zu entrichten.

Schareck forderte, kleine und mittlere Baufirmen nicht stärker als stromintensive Großunternehmen in die Pflicht zu nehmen. Er plädierte für spezielle Anreize und die zweckgebundene Absetzbarkeit in diesem Bereich - „wie einst bei der erfolgreichen Eigenheimzulage“.

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