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Günstige Immobilienkredite : Schleswig-Holstein: Das Land der Baumeister

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Günstige Immobilienkredite und niedrige Zinsen auf den Sparbüchern machen es möglich: Schleswig-Holstein erlebt derzeit einen Bau-Boom.

Kiel | Die Norddeutschen lassen bauen, wie seit vielen Jahren schon nicht mehr. Das geht aus Zahlen der Statistischen Ämter bei Bund und Land hervor. Demnach wurden bei den Wohngebäuden zuletzt im ersten Halbjahr 2006 mehr Genehmigungen für Bau- und Umbau-Maßnahmen erteilt.

Waren es damals den Angaben zufolge 5199, kamen zuletzt von Januar bis Juni 4027 Genehmigungen im Land zwischen Nord- und Ostsee hinzu. Fast 5000 Genehmigungen waren es in dieser Zeit sogar, rechnet man auch jene für Nicht-Wohngebäude hinzu. Mehr als 5400 Wohnungen wurden demnach in den ersten sechs Monaten dieses Jahres neu gebaut. Das sind gut 300 mehr als noch im ersten Halbjahr 2013.

„Die Lage ist durch den milden Winter relativ gut“, heißt es auf Anfrage beim Baugewerbeverband Schleswig-Holstein. Zugleich wird dort betont, dass derzeit ein Großteil der Aufträge im Land von privaten Geldgebern komme. Die Zahl öffentlicher Aufträge sei „unterentwickelt“. Hier setzt der Verband nach eigenen Aussagen auf Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD), der zuletzt unter anderem die Bildung eines Sondervermögens zur Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur angekündigt hatte.

Der Boom am Bau hat Folgen: Denn auch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden ist laut Statistikamt Nord in Kiel mit 6,8 Millionen Stunden so hoch wie schon lange nicht mehr. Allein gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von elf Prozent. Das Volumen beim Auftragseingang ist seit 2010 um 48 Prozent auf zuletzt 726 Millionen Euro gestiegen.

Experten machen für die Entwicklung nicht zuletzt die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank verantwortlich. Angesichts eines Mangels an Alternativen sehen immer mehr Verbraucher das „Betongold“ als gute Anlagemöglichkeit. Kredite sind günstig, auf dem Bankkonten bringt das Ersparte derzeit nur wenig ein. Und so berichteten Bausparkassen und Banken im Land zuletzt immer wieder von einer weiterhin stabilen und steigenden Nachfrage nach Bau- und Immobilienfinanzierungen.

Auch bundesweit lief es für die Bauwirtschaft zuletzt gut. So genehmigten die Behörden nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden im ersten Halbjahr 136.800 Neu- und Umbauten – das entspricht einem Plus von 9,6 Prozent oder knapp 12.000 Genehmigungen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

„Der Spielraum für den Wohnungsbau ist noch lange nicht ausgeschöpft“, sagte auf Bundesebene der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes, Heiko Stiepelmann. In diesem Jahr dürfte nach seiner Einschätzung geradeso die Untergrenze der jährlich benötigten 250.000 bis 300.000 neuen Wohnungen in Deutschland erreicht werden. „Investitionen in bezahlbaren Wohnraum in den Ballungsräumen sind richtig adressiert angesichts der hohen Zuwandererzahlen“, so Stiepelmann.

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erstellt am 18.Aug.2014 | 18:46 Uhr

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