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IG Metall-Studie : Schlechte Arbeitsbedingungen bei Erneuerbaren Energien

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Die erneuerbaren Energien sollen Arbeitsplätze und Einkommen in Norddeutschland schaffen. Doch bei der Bezahlung und den Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten hinkt die Branche einer Studie zufolge hinterher.

Die Beschäftigten in der Wind- und Solarindustrie werden schlecht bezahlt und arbeiten mehr als andere Arbeitnehmer in der Metallindustrie. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie über Arbeitsbedingungen und Einkommen in der Branche der Erneuerbaren Energien, die von der IG Metall vorgelegt wurde. Grundlage sei die Befragung von mehr als 4700 Beschäftigten in 30 Betrieben der Photovoltaik- und Windindustrie. Die Mehrzahl der Arbeitnehmer könne sich nicht vorstellen, ihre Arbeit bis zum Rentenalter auszuüben, heißt es in der Studie.

Das Bruttogehalt der Beschäftigten in den Erneuerbaren Energien liege im Mittel um knapp 900 Euro unterhalb dem des produzierenden Gewerbes in Deutschland (3556 Euro), ergab die Umfrage. „Das liegt auch daran, dass viele Betriebe nicht tarifgebunden sind“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Lediglich knapp die Hälfte der Beschäftigten erhalte Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Positiv sei zu vermerken, dass die Zuschläge für Schicht-, Wochenend- oder Feiertagsarbeit gezahlt würden.

Ohne bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen drohe der Branche der Verlust von Fachkräften und damit wichtigem Know-how. „Die Unternehmen verspielen ihre Zukunftsfähigkeit“, warnte Geiken. Grundsätzlich sei die Offshore-Windenergie eine große Chance für den Norden. Jeder Windpark koste 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro. Durch eine europäische Industriepolitik sollte nach Ansicht der IG Metall Küste sichergestellt werden, dass auch ein bedeutender Teil der Wertschöpfung an den Küsten bleibe und nicht importiert werde.

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erstellt am 23.Nov.2014 | 09:46 Uhr

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