Metropolregion wächst : Rund um Hamburg werden die Gewerbeflächen knapp

Hamburg wächst und wächst. Nicht nur Wohnraum, sondern auch Gewerbeflächen werden knapp. Bis 2025 werden 1430 Hektar zusätzlich gebraucht.

Avatar_shz von
02. April 2013, 11:50 Uhr

Kiel | Zentrale Lage mitten im Land, Schienenanschluss und die A7 direkt vor der Tür - Neumünster kann sich zurzeit vor Anfragen ansiedlungswilliger Unternehmen kaum retten. Jeweils 20 bis 30 Hektar Gewerbefläche verkaufte die Stadt in den beiden vergangenen Jahren. Auch rund um Hamburg sind Gewerbegebiete im Nu verkauft - ganz ohne Werbung und Marketing.

In der Metropolregion werden bis 2025 zusätzliche Flächen von 1430 Hektar benötigt. Hamburg stößt dabei schon jetzt an seine Grenzen. Nur etwa 117 Hektar Entwicklungsflächen sind in der Hansestadt noch vorhanden. Besonders knapp wird der Wirtschaftsraum für Unternehmen, die große Flächen benötigen. "Für Dithmarschen und Steinburg ist dies eine Chance, die vorhandenen Gewerbeflächen gemeinsam mit der Metropolregion zu vermarkten", erläutert Hans-Jürgen Hett, von der egeb: Wirtschaftsförderung an der Westküste. Sowohl der ChemCoast Park Brunsbüttel als auch der Gewerbepark Westküste und der Innovationsraum Itzehoe seien attraktive Standorte, die aufgrund des knappen Flächen angebotes in der Hansestadt und dem Hamburger Speckgürtel immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Run auf Elbmetropole nicht auf gesamten Norden übertragbar

Ausschlaggebend für die Qualität eines Standortes ist vor allem die Verkehrsanbindung und das Fachkräftepotenzial. Aber auch Lohn- und Gehaltsniveau, Lebensqualität, Image, Büroflächenangebot sowie Wohnqualität spielen eine Rolle. Insgesamt gilt die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen als unabdingbare Voraussetzung für die dynamische Entwicklung eines Wirtschaftsstandortes.

Der Run auf Flächen rund um die Elbmetropole ist allerdings nicht auf den ganzen Norden übertragbar. "Wir haben zwar eine rege Nachfrage und derzeit gehen in der Tat viele Flächen über den Tisch, aber ausgeprägte Engpässe haben wir noch nicht", erklärt Bernd Bösche, Chef der Wirtschaftsförderung und Technologietransferzentrale (WTSH) des Landes in Kiel. Aktuell haben Interessenten über 1400 Hektar Gewerbefläche zur freien Verfügung. Die Preise für Gewerbeimmobilien liegen dabei deutlich unter dem Bundesschnitt - in Kiel bei 60 Euro pro Quadratmeter für voll erschlossenes Bauland.

Rechtzeitig neue Gewerbegebiete nötig

Damit es auch in fünf Jahren noch genügend freie Flächen für ansiedlungswillige Unternehmen gibt, müssen wegen der langen Vorlaufzeiten für Planung und Genehmigung rechtzeitig neue Gewerbegebiete ausgewiesen werden, mahnt Bösche. Ehemalige Bundeswehrliegenschaften - sogenannte Konversionsflächen - seien meist nur für lokale Ansiedlungen (Handwerksbetriebe) geeignet, selten jedoch für überregionale oder gar internationale Ansiedlungen.

Die Zahl ausländischen Firmen, die sich in Schleswig-Holstein niederlassen wollen, wachse ständig, während die Nachfrage Hamburger Unternehmen, die ins Umland ausweichen wollen laut Bösche eher zurückgeht.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen